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Amtshilfe im Großen: Symbolisch wird der Atomwaffenverbotsvertrag unterschrieben.

Amtshilfe im Großen: Symbolisch wird der Atomwaffenverbotsvertrag unterschrieben.

Friedensaktionstag am Fliegerhorst in Büchel

Kirchenvertreter fordern Ja zum Atomwaffenverbotsvertrag


Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat an die Bundesregierung appelliert, sich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag anzuschließen. Es müsse alles dafür getan werden, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden, sagte Renke Brahms beim Aktionstag gegen Atomwaffen in Büchel.

Aktionstag gegen Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel

Aktionstag gegen Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel

In seiner Predigt im Gottesdienst am Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel sagte Brahms: "Wir wehren uns gegen ein 'Weiter so' auf dem Weg der atomaren Abschreckung und Aufrüstung durch Modernisierung dieser schrecklichen, unvorstellbar zerstörerischen Massenvernichtungswaffen." Es sei wichtig, die alten Denkmuster der atomaren Abschreckung zu überwinden, sagte Brahms.

"Was mit den B- und C-Waffen gelungen ist, muss auch mit den Atomwaffen durchgesetzt werden. Wer sie besitzt, mit ihnen droht oder sie gar einsetzt, begeht ein Verbrechen gegen die Menschheit." Rund 500 Menschen waren dem Aufruf von Aktivisten aus sieben evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensorganisation Pax Christi gefolgt, um bei dem Aktionstag ihre Stimme für ein Verbot und eine weltweite Ächtung von Atomwaffen zu erheben.

"Abbau von Waffen ist Weg zum Frieden"

"Hier stehen wir, Menschen, die wissen, dass Sicherheit nicht mit Abschreckung durch Waffen, sondern mit Abbau von Waffen der Weg zum Frieden ist", betonte der frühere deutsche UN-Diplomat Hans Graf Sponeck in Büchel. Er forderte die Bundesregierung auf, ihren künftigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu nutzen, um nach dem Austritt aus der Kernkraft nun auch den "lebenswichtigen Austritt aus der Atombewaffnung" zu erklären, damit Deutschland zu einer atomwaffenfreien Zone werde.

Der frühere Erfurter Probst Heino Falcke, einer der bekanntesten Theologen der evangelischen Kirche der ehemaligen DDR, würdigte den Aktionstag. "Das, was hier auf der Wiese vor dem Fliegerhorst passiert, ist die Zukunftsalternative zu dem, was hinter diesem Kasernenzaun gemacht wird", betonte er. "Was sich derzeit an atomarer Rüstung abzeichnet, dem kann nicht widerstandslos zugesehen werden." Symbolisch wurde ein Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterzeichnet.

"Selbstverschuldetes Gefängnis"

"Wir müssen die Bundesregierung weiterhin fragen, warum sie nicht an den Verhandlungen teilnahm. Und wir müssen dafür sorgen, dass alle, die Ohren haben, auch hören können: Atomwaffen, nukleare Abschreckung und nukleare Teilhabe sind unser selbstverschuldetes Gefängnis", sagte Jonathan Frerichs aus Genf, der Programmdirektor des Ökumenischen Rates der Kirchen für Friedensförderung und Abrüstung.

Der vom ÖRK ausgerufene Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens habe eine feste Station in Büchel, unterstrich Christine Busch, die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Auf dem rheinland-pfälzischen Luftwaffenstützpunkt werden noch immer 20 US-amerikanische Atombomben vermutet.

ekir.de / epd, Fotos: Dieter Junker / 09.07.2018


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