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Decke der Völklinger Versöhungskirche: Per Klick auf dieses Fotos geht zum Album mit weiteren evangelischen 'Himmelsgewölben' im Saarland

Decke der Völklinger Versöhnungskirche: Per Klick auf dieses Foto geht es zum Album mit weiteren evangelischen "Himmelsgewölben" im Saarland.

Bildband zeigt Kirchen aus ungewöhnlicher Perspektive

Saarländische „Himmelsgewölbe“

Der Blick geht streng nach oben, gen Himmel. Derr Fotograf Werner Richner aus Saarlouis rückt die Deckengewölbe von 123 saarländischen Kirchen in den Sucher seiner Kamera. Herausgekommen ist ein Bildband mit 135 überraschenden Ansichten von „Himmelsgewölben“. Zurzeit sind die Fotos auch in einer Ausstellung in Merzig zu sehen.

„Innenaufnahmen von Kirchen – der Blickwinkel über die Bänke zum Altar – sind für mich zu langweilig“, sagt Werner Richner. Solche Bilder seien austauschbar. Man sehe eine Kirche und könne alle erkennen, erläutert der Fotograf und Reisejournalist, der bereits mehr als siebzig Bildbände mit Architektur- und Naturfotografie veröffentlich hat. „In den Decken der Kirchen sieht man aber die Unterschiede. Ich finde da sehr viele Facetten. So ähnelt keine Aufnahme der anderen.“

Zwei Jahre ist Richner mit der Kamera auf Entdeckungsreise durch saarländische Kirchen gegangen. Den Anstoß gab ein Gespräch mit dem Theologen und Kirchenhistoriker Professor Joachim Conrad aus Köllerbach, der auch die Texte zu dem Bildband beisteuerte. Richner war zunächst skeptisch, ob er genügend gute Motive im kleinen Saarland finden würde.

Pracht und Schönheit

„Umso mehr wurde ich überrascht“, schwärmt er. Vor allem viele kleine Dorfkirchen ließen ihn staunen. So entstanden 135 brillante Aufnahmen der unterschiedlichen Deckengewölbe aus 123 Kirchen – die auch die Betrachteirn bzw. den Betrachter staunen lassen angesichts der Pracht und Schönheit dieser Himmelsgewölbe.

Es finden sich historische Gewölbe aus der Gotik, wie zum Beispiel die evangelische Stiftskirche in Saarbrücken-St. Arnual, und Gewölbe aus der Epoche des Historismus, darunter höchst originelle Holzdecken wie in den evangelischen Kirchen Holz, Friedrichsthal und Wahlschied.

Wirkung wie Gemälde

Die barocke Decke der Saarbrücker Ludwigskirche mit ihren Stuckverzierungen und dem goldenen Auge Gottes im Zentrum kontrastiert zu der schmucklosen Sichtbetondecke der evangelischen Kirche Dillingen, einem modernen Kirchengebäude im Stil des Brutalismus. Durch die ungewöhnliche Perspektive überraschen Richners Bilder immer wieder, wirken wie Gemälde oder grafische Kunstwerke. So hat man Kirchbauten bisher nicht wahrgenommen.

Joachim Conrad hat zu jeder Kirche eine kurze Erläuterung und historische Einordnung beigesteuert. „Die Himmelsgewölbe der Kirchen sind steinerne Verkündigung eines den Menschen ganz nah gekommenen Gottes, der einlädt und wirbt, der Anteil nimmt und den Tod in Christus überwindet. Die ,Himmelsgewölbe' wollen vom offenen Himmel erzählen“, schreibt er in der Einleitung zu dem 280 Seiten umfassenden Buch.

Wanderausstellung in Merzig und anderen Orten

50 der schönsten Motive aus dem Buch hat der Evangelische Kirchenkreisverband an der Saar als großformatige Fotos zu einer Wanderausstellung zusammengestellt. Sie ist bis zum 5. Mai, täglich von 8 bis 18 Uhr, in der Friedenskirche, Hochwaldstr. 36, und im Evangelischen Gemeindehaus, Am Gaswerk 7, in Merzig zu sehen.

Weitere Ausstellungstermine: 26. Mai bis 26. Juni im Siebenpfeifferhaus und in der Stadtkirche in Homburg; 23. August bis 28. September in der Christuskirche in Neunkirchen; 3. bis 27. November in der Stadtkirche und im Cusanushaus in St. Wendel.

Bildband

Werner Richner: „Himmelsgewölbe. Die Geometrie der Transzendenz. Kunstvoll ausgestattete Deckengewölbe saarländischer Kirchen“, Geistkirch Verlag, Saarbrücken, 280 Seiten, Format 30 x 30 cm, 135 großformatige Farbfotos, 55 Euro. Infos des Verlags

 

Website von Werner Richner

Website "Evangelisch in Merzig"

ekir.de / Ulrike Klös Foto: Werner Richner / 24.04.2019


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