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Ökumenischer Kirchentag

Hoffnung trifft auf Humor

Tagsüber schlenderten sie noch übers Messegelände, abends im Zirkus Krone war dann Publikumsverwöhnung angesagt: Co-moderiert vom rheinischen Pfarrer Siegfried Eckert aus Bonn, traten die Kabarettisten Eckart von Hirschhausen und Jürgen Becker auf. Motto: "Humor hilft hoffen".

Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen mit dem Bonner Pfarrer Siegfried Eckert auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag.

Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen mit dem Bonner Pfarrer Siegfried Eckert auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag.

Das Duo auf der Bühne unterhielt die Zuschauer in ökumenischer Manier: Jürgen Becker aus Köln, der sich selbst als „liberal-katholischen“ Rheinländer bezeichnete, und der evangelische Eckart von Hirschhausen aus Berlin. Als erster erklärte Jürgen Becker, warum Kirche und Humor für ihn so gut zusammen passen: „Die moralische Fallhöhe der Kirchen ist mit am höchsten, darum ist der Humor hier am perfekten Ort.“

Beim Thema Ökumene gab Becker Verständnisprobleme zu. „Warum geht denn ökumenisch Taufen nicht? Vertragen sich die verschiedenen Weihwasser etwa nicht oder liegt es an den unterschiedlichen Farben der Tischdecken“, fragte Becker schnippisch. Der Mann bekam auch Begeisterung für seinen Kultsong „Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin.“

Integrierte Nebelmaschine

Eckart von Hirschhausen gab zu, dass er die Katholiken für deren viele Symbole beneide. „Uns Protestanten fehlt manchmal einfach der Zauber.“ Die Katholiken hätten mit ihrem Weihrauch im Gottesdienst sogar eine Art Nebelmaschine integriert. Hirschhausen erinnerte das Publikum auch daran, dass wissenschaftliches Denken die spirituelle Dimension des Lebens nicht ausschließt. Der studierte Arzt sieht im Gleichnis von Jesus „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ die Aufforderung, sich gegenseitig mit Freude anzustecken. Den Saal fragte er: „Wer allein bleibt, kann nicht lachen, oder haben sie sich schon mal selbst gekitzelt?“

Viele Parallelen zur Kirche finde er auch in seinem früheren Metier, der Medizin. “Die Chefarztvisite gleicht doch einer Prozession“, meinte der 42-Jährige, „da wird die Krankenakte wie eine Monstranz von dem Chefarzt und seinen Ministranten durch die Gänge getragen.“

ekir.de / neu & oekt.de / 17.05.2010