Logo EKiR

Rücktritt des Bundespräsidenten

Präses mahnt erneut gerechten Frieden an

Nötig sei nun eine Diskussion über die Balance zwischen dem notwendigen Respekt vor dem höchsten Amt des Staates und der an Sachfragen orientierten Kritik.

Präses Nikolaus Schneider

Präses Nikolaus Schneider

Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende und rheinische Präses im Blick auf den Rücktritt des Bundespräsidenten. Nikolaus Schneider erklärte zudem, er bedaure den Rücktritt Horst Köhlers außerordentlich. Er blicke mit großem Respekt auf Köhlers Amtszeit zurück.

Weiter erklärte der Präses: "Nur eine gerechte Verteilung der Ressourcen, die zum Leben notwendig sind, kann letztlich Frieden sichern. Das hat er gerade bei seinem Engagement für Afrika immer wieder unterstrichen. Seinem beharrlichen Eintreten für die benachteiligten Menschen auf der Südhalbkugel gilt unser besonderer Dank."

Köhler habe seine politische Verantwortung "für das Wohl aller Menschen in unserem Land und weltweit" aus seinem christlichen Glauben heraus wahrgenommen. "Er ist damit im besten Sinne ein öffentlicher Protestant gewesen." Er habe sich "um Deutschland und um das – an Nächstenliebe und Gerechtigkeit orientierte - Zusammenleben der Völker verdient gemacht“.

Köhler hatte nach einem Afghanistan-Besuch in einem Interview davon gesprochen, im Notfall sei auch militärischer Einsatz notwendig, "um unsere Interessen zu wahren  - zum Beispiel freie Handelswege". Zur Debatte, die darüber folgte, sagte Köhler heute, er habe keinen grundgesetzwidrigen Bundeswehreinsatz zugunsten von Wirtschaftsinteressen befürwortet. "Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen." www.ekd.de, www.bundespraesident.de

ekir.de / neu / 31.05.2010