Logo EKiR

Kirchentag: Kundgebung erinnert an im Mittelmeer Ertrunkene

Europas Würde ist in Gefahr, wenn sich an der Flüchtlingspolitik nichts ändert

Pressemitteilung Nr. 70/2019

Dortmund (22. Juni 2019). Mit einer Kundgebung und einem Trauermarsch hat die Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags heute der mehr als 18.000 Menschen gedacht, die in den vergangenen fünf Jahren auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken sind. „Wir beklagen nicht die Toten einer Naturkatastrophe, sondern die Opfer einer verfehlten Politik, die auf Abschreckung und Abschottung setzt“, sagte Präses Manfred Rekowski bei der Kundgebung am Samstagnachmittag auf dem Dortmunder Opernplatz. Rekowski hat gemeinsam mit seiner westfälischen Amtskollegin Annette Kurschus die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen.

„Menschenwürde und Menschenrechte sind unteilbar“

Ihn mache dieses tausendfache Sterben sprachlos, sagte der rheinische Präses weiter: „Unsere eigene Würde, ja unsere eigene Humanität gerät in Gefahr, wenn sich an dieser Politik nichts ändert. Denn welchen Stellenwert Rechte und Freiheiten für uns haben, zeigt sich immer auch daran, ob wir sie anderen zugestehen. Menschenwürde und Menschenrechte sind nach unserem christlichen Verständnis unteilbar.“
 
„Sie waren mehr als namenlose Schicksale“

Der Präses erinnerte auch an die Ertrunkenen, deren Namen bis heute nicht ermittelt werden konnten. Konkret erwähnte er elf Ertrunkene, die am 15. Februar 2018 am Strand von Zuwara in Libyen angespült worden sind. Der Präses wörtlich: „Wir wissen nicht, wer sie waren, wie alt sie waren. Wir können uns nur versuchen vorzustellen, dass sie mehr waren als namenlose Schicksale, dass sie ein Leben hatten, eine Familie, vielleicht Geschwister und Freunde. Dass sie Söhne und Töchter waren, Väter und Mütter. Elf Menschen, nicht anders als wir alle, nicht anders als Du und ich.“
1873 Zeichen
 

Stichwort: Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“

An der Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ sind beteiligt: SEEBRÜCKE, Sea-Watch, Pro Asyl, Flüchtlingsrat NRW, Evangelische Kirche in Deutschland, Evangelische Kirche von Westfalen, Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelischer Kirchenkreis Dortmund, Moewe. Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Schauspiel Dortmund und DGB Dortmund. Während der Aktionen sind aktuelle Informationen auf www.fluchtgedenken.de sowie in den sozialen Medien unter den Hashtags #fluchtgedenken und #JederMenschhateinenNamen zu finden.
625 Zeichen
 
Das hier verlinkte Bild steht zur Nutzung bei Quellenangabe (Foto: EKiR/Ralf Peter Reimann) honorarfrei zur Verfügung.
Bildtext: Zwei Tage lang schrieben Passantinnen und Passanten in der Dortmunder Innenstadt die Namen der im Mittelmeer Ertrunkenen auf Transparente. Die Banner hängen anschließend an der Reinoldikirche.

 
Autor und Kontakt: Pressesprecher Jens Peter Iven, jens.iven@ekir.de, Telefon 01722603373.
 

Dortmund / EKiR-Pressestelle / 22.06.2019


Pressekontakt