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Papilio-Kita

Heute wird getrommelt: Ben, Timon und Minha haben sich Instrumente gebaut.

Auszeichnung

Kinder lernen, über Gefühle zu sprechen

Die Saarbrücker Kindertagesstätte Regenbogen wurde als sogenannte Papilio-Kita zertifiziert. Das Präventionskonzept fördert Kinder früh in ihrer Entwicklung. Das schützt auch vor Risiken wie Sucht und Gewalt im Jugendalter.

Jeden Montag hat das Spielzeug in der evangelischen Kindertagesstätte Regenbogen im Saarbrücker Stadtteil Am Homburg Ferien. Die Regale mit den Spielen, Bauklötzen, Puppen und Autos sind mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. „Dann spielen die Kinder ohne Spielsachen“, berichtet die Leiterin der Einrichtung, Susanne Neuberger-Meiser, „dafür mit Naturmaterialien oder Decken und Kartons, aus denen mal Autos, mal Raumschiffe werden“. Aber auch Langeweile sei erlaubt, denn daraus entstehe Kreativität.

Wenn das Spielzeug Ferien macht

Der Spielzeug-macht-Ferien-Tag ist ein Baustein des sogenannten Papilio-Präventionsprogramms. Die Kita Regenbogen, die zum Verbund Evangelischer Kindertagesstätten im Saarland gehört, wurde jetzt als erste im Bundesland als Papilio-Kita zertifiziert. Papilio ist ein gemeinnütziges Sozialunternehmen, das sich dafür einsetzt, dass Kinder frühzeitig in ihrer Entwicklung gefördert werden. Denn Entwicklungsförderung, so die Überzeugung, sei der beste Beitrag zur Prävention gegen Sucht und Gewalt.

Sozial-emotionale Kompetenzen werden gestärkt

Im Saarland ist das Präventionsprogramm am Sozialpflegerischen Bildungszentrum in Saarbrücken (SBBZ) angesiedelt. Als erste Fachakademie hat das SBBZ im Jahr 2009 damit begonnen, das Programm in die Erzieherausbildung einzubinden. Das Papilio-Programm stärkt die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder. So werden frühe Verhaltensprobleme reduziert, und es wird Sucht und Gewalt im Jugendalter vorgebeugt.

Die Kinder lösen Konflikte und schließen Kompromisse  

„Wenn Kinder sich nicht mit vorgefertigten Spielzeugen beschäftigten, treten sie miteinander in Kontakt. Sie spielen zusammen, lernen mit sich und anderen umzugehen, Konflikte zu lösen und Kompromisse zu schließen“, erläutert Susanne Neuberger-Meiser. Nicht zu vergessen die Geschichte von Paula und den Kistenkobolden: Die Kobolde Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold stehen je für das entsprechende Gefühl. Die Kinder lernten, die eigenen Gefühle und die der anderen besser wahrzunehmen und damit umzugehen: „Sie bekommen Worte für ihre Emotionen an die Hand“, sagt Neuberger-Meiser. Das helfe, über Gefühle zu sprechen.

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Text und Foto: evks/ Paulus / 09.12.2019


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