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Schulanfang

Der Religionsunterricht als Lebensbegleiter

Die Schule beginnt wieder. An diesem Montag ist Schulanfang in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Grund genug für ekir.de, einmal auf den Religionsunterricht in der Berufsschule zu schauen.

Perücken sind ein Thema für Auszubildende im Religionsunterricht.

Der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sei es wichtig, "dass der Evangelische Religionsunterricht über unseren Glauben informiert und es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, an unseren Aktivitäten - insbesondere an unserern Gottesdiensten - teilzunehmen", erläutert Kirchenrat Pfarrer Rainer Pauschert, im Düsseldorfer Landeskirchenamt als Dezernent zuständig für den Religionsunterricht. "Der Religonsunterricht vermittelt also religiöse Kompetenzen."

Weiter erläutert der Theologe: "Darüber hinaus erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler im Evangelischen Religionsunterricht an Berufsbildenden Schulen bzw. Berufskollegs Kompetenzen, die sie benötigen, um im gesellschaftlichen Bereich sowie im Privat- und im Berufsleben besser zurecht zu kommen. Insofern hat unser Religionsunterricht in allen Schulformen bzw. Schularten auch eine lebensbegleitende Funktion, die sich in den Seelsorgeangeboten unserer Schulpfarrerinnen und -pfarrer zuspitzt." 

Nicht nur übers Wetter reden

Ein praktisches Beispiel: "Ich möchte, dass die Schülerinnen mit den Kundinnen und Kunden Gespräche führen können, die über das Wetter hinausgehen." Und deshalb ist im Religionsunterricht für angehende Frisörinnen beispielsweise die Perücke aufgrund einer Chemotherapie ein Thema, wie Pfarrerin Marion Holzhüter berichtet. Im ekir.de-Interview zum Thema Religionsunterricht anlässlich des Beginns des neuen Schuljahrs erläutert die 44-jährige Theologin, wie lebensrelevanter evangelischer Religionsunterricht aussieht. Holzhüter unterrichtet an der Berufsbildenden Schule in Wissen im Westerwald.

Angehende Erzieherinnen "finden Religionsunterricht einfach schön und es macht ihnen Spaß", berichtet Holzhüter. Rollenspiele oder auch Fotostorys gehören zu den Dingen, mit denen sie den Unterricht gestaltet. Ihre Altenpflege-Auszubildenden haben Textsammlungen verfasst, die sie zum Vorlesen in ihrer Arbeit nutzen. Wichtig ist Holzhüter, dass ihre Schülerinnen und Schüler kreativ werden und mit Kopf und Händen etwas tun.

Im Gebiet der rheinischen Kirche besuchen rund eine halbe Million Schülerinnen und Schüler den evangelischen Religionsunterricht. Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Pfarrerinnen und Pfarrer unterrichtet.

Der heutige Schulbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland betrifft auch zwei der zehn Schulen der rheinischen Kirche. Am Martin-Butzer-Gymnasium in Dierdorf im Westerwald starten genau 1186 Mädchen und Jungen ins neue Schuljahr. Zehn neue Lehrkräfte beginnen hier neu, eventuell kommen noch zwei weitere neu ins Kollegium.

Am Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim - ebenfalls Rheinland-Pfalz - ist der erste Schultag schon auf den vorigen Donnerstag vorgezogen worden. Hier lernen 541 Schülerinnen und Schüler. Neue Lehrkräfte gibt es diesmal nicht.

Wenn auch in Nordrhein-Westfalen am 30. August wieder die Schule los geht, dann haben genau 8193 Kinder und Jugendliche ihr neues Schuljahr an einer der Schulen der EKiR begonnen. I-Dötzchen gibt es nur an einer einzigen rheinischen Schule: In den Schulwagen der "Schule für Circuskinder" gehen von nun an zwölf Mädchen und Jungen.

ekir.de/neu / 13.08.2010