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Schule

Individualisiertes Lernen

Individualisiertes Lernen im Evangelischen Religionsunterricht. Zehn Thesen von Kirchenrat Pfarrer Rainer Pauschert

1. Eine weit verbreitete Unterrichtspraxis ist die des Lehrens und Lernens im Gleichschritt, bei der die Lehrkraft ein Ziel hat, das möglichst alle Schülerinnen und Schüler parallel erreichen sollen.

2. Die Verteilung der als unterschiedlich begabt eingestuften Schülerinnen und Schüler auf verschiedene Schularten sorgt für eine gewisse Differenzierung.

3. Individuelle Förderung soll Defizite beim Lernen im Gleichschritt ausgeglichen.

4. Spätestens der Wegfall äußerer Differenzierung durch längeres gemeinsames Lernen stellt das Lernen im Gleichschritt in Frage.

5. An die Stelle wegfallender äußerer Differenzierung müssen Formen innerer Differenzierung treten.

6. Der Verschiedenartigkeit jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers wird am besten ein Unterricht gerecht, in dem jede und jeder Lernende einen individuellen Lernweg verfolgt, auf dem ihn die Lehrkraft als Lernberater unterstützt.

7. Besonders ein Verzicht auf leistungsverschiedene Parallelklassen fördert, dass sich Schülerinnen und Schülern auf ihren individuellen Lernwegen gegenseitig unterstützen und dabei zusätzliche fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen erwerben.

8. Diese Form individueller Lernbegleitung durch Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler erfordert die Entwicklung und den Einsatz entsprechender Unterrichtsmethoden.

9. Es gilt herauszufinden, wo die Grenzen der positiven Effekte heterogener Klassen sind, die die Errichtung leistungsdifferenzierter Gruppen erfordern.

10. Es entspricht der Botschaft Jesu Christi, dass Gott jeden Menschen in seiner Individualität liebt, dass der von der Evangelischen Kirche im Rheinland verantwortete Religionsunterricht die individuellen Lernwege der Lernenden begleitet.

ekir.de / 04.10.2010