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Unter anderem mit Musik versuchen Ehrenamtlich im Transitlager in  Tompa den Flüchtlingen den Aufenthalt zu erleichtern.

Unter anderem mit Musik versuchen Ehrenamtlich im Transitlager in Tompa den Flüchtlingen den Aufenthalt zu erleichtern

Erasmus-Projekt

Unterstützung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Wie sich Ehrenamtliche in Ungarn für Flüchtlinge einsetzen, haben die Teilnehmenden einer Tagung des Erasmus-Projekts „Train the unknown trainer“ vor Ort erlebt. Das mit Mitteln der Europäischen Union geförderte Programm dient der Entwicklung von Standards für die Arbeit von Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit.

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass das Engagement für Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten eine gesamteuropäische Herausforderung ist, die von zahllosen Ehrenamtlichen in vielen Ländern übernommen wird. Die Ehrenamtlichen brauchen für ihre Arbeit Unterstützung auf verschiedenen Ebenen.

Das Programm „Train the unknown trainer“ wurde vom Europäischen Gebiet der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen initiiert und bringt Organisationen aus Deutschland, Estland, Italien, Tschechien und Ungarn zusammen um eine Agenda zu entwickeln, die den Ehrenamtlichen hilft,  ihre Arbeit mit und für Flüchtlinge zu tun. Für die Evangelische Kirche im Rheinland sind in diesem Gremium das Evangelische Erwachsenenbildungswerk und die Philippus-Akademie des Kirchenkreises Gladbach-Neuss vertreten.

In Tompa, einem Transitlager in Ungarn konnten sich die Teilnehmenden der Tagung davon überzeugen, dass Migrantinnen und Migranten auch in Ungarn von freiwilligen Helferinnen und  Helfern begleitet werden.  Die Gruppe aus  fünf europäischen Ländern erlebte bei ihrem Besuch, wie die ungarischen Ehrenamtlichen sich mit Geige und Müsliriegeln für eine Erleichterung der Bedingungen im Transitlager einsetzen.

Mit ungarischen Freiwilligen ins Gespräch kommen

In Tompa leben zurzeit etwa 280 Flüchtlinge. Sie sind mit allem versorgt, was lebensnotwendig ist. Bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens leben sie in den Containerwohnungen des Lagers. Während dieser Zeit können sie das Lager nur in Richtung Serbien verlassen. Die Erasmus-Gruppe hatte hier die Gelegenheit, mit ungarischen Freiwilligen ins Gespräch zu kommen.

Nach der Rückkehr aus Tompa traf sich die Gruppe mit Mitarbeitenden von „Kalunba“ in Budapest. Kalunba ist ein kirchennahes Hilfswerk das  “Welcoming the stranger” und “Accepting newcomers as brothers and sisters” nicht nur als Programm definiert, sondern lebt. 

Unterschiedliche Bedingungen in der Flüchtlingshilfe

Ziel von Kalunba ist es, der Gesellschaft ein positives Zeichen zu geben und damit  der allgegenwärtigen Migrantenfeindlichkeit zu  widerstehen. Neben dem Besuch in Tompa war ein weiterer Hauptpunkt des Treffens die Entwicklung zusätzlicher  Bausteine für ein Programm zur Unterstützung von Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren wollen.  

Die Bedingungen in den beteiligten Ländern sind sehr verschieden und hängen auch davon ab, wie viele Flüchtlinge in einem Land Zuflucht gesucht haben. Infolgedessen benötigt die Arbeit der „unknown trainer“ unterschiedliche Formen der Unterstützung.  

In Deutschland ist die Nachfrage nach Kursen zu Rechtsfragen und Interkultureller Kommunikation unvermindert hoch, während in Italien der Focus mehr auf der Frage liegt, was Ehrenamtliche und Flüchtlinge gemeinsam tun  können, damit sich gesellschaftliche Veränderungen in Richtung „gemeinsam Gesellschaft sein“, entwickeln können. In einem intensiven Gespräch über die Bedingungen in den jeweiligen Ländern einigte sich die Gruppe darauf, ein Curriculum für die ehrenamtliche Arbeit, sowie konkrete Weiterbildungsvorschläge zu entwickeln.
 

ekir.de / Martina Wasserloos-Strunk / 28.05.2018


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