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Ökumenischer Kirchentag

Gespräche über ökumenische „Unwucht“ und eine feierliche Unterzeichnung

Die Zusammenarbeit von reformierten und lutherischen Kirchen in Nordwesteuropa bekommt während des 2. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in München eine neue Form.

Für Samstag, 15. Mai, ist die Unterzeichnung der schriftlichen Verabredung für die Anerkennung der Nordwestgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) als einer der Regionalgruppen der GEKE geplant. Für die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) werden Vizepräses Petra Bosse-Huber und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph teilnehmen. Die Unterzeichnung ist eingebettet in ein ganztägiges Angebot unter dem Titel „Europäische Ökumene in der Unwucht“, dessen Vorbereitung und Gestaltung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, ihren Partnerkirchen und dem Reformierten Bund liegen.

Die GEKE-Nordwestgruppe ist bereits seit rund zwanzig Jahren aktiv. Mit der jetzt vorgesehenen schriftlichen Grundlegung der Zusammenarbeit kommt sie dem Beschluss der GEKE-Vollversammlung von 2006 nach, die Arbeit aller Regionalgruppen in schriftliche Vereinbarungen zu gießen. Zur Nordwestgruppe gehören zehn Kirchen: neben der EKiR u.a. die anderen beiden Landeskirchen in NRW, die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland sowie protestantische Kirchen in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Die GEKE ist gegründet auf der Leuenberger Konkordie von 1973, mit der die Spaltung von reformierten und lutherischen Kirchen beendet und Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft geschaffen wurden. Ihr gehören 105 Kirchen an.

Ökumene mit klitzekleinen Kirchen

Der Tag „Ökumene in der Unwucht“ drehe sich um die Frage, wie Minderheitenkirchen und große Kirchen ökumenische Beziehungen miteinander pflegen können, sagt die rheinische Ökumene-Chefin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Beispiele solcher kleiner, ja manchmal „klitzekleiner“ Kirchen, wie Rudolph sagt, sind die Waldenser in Italien und die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien.

Und wie diese Kirchen – etwa von katholischer oder orthodoxer Mehrheitskirche umgeben – in Medien, Schulen, Jugendarbeit präsent sein können, wie sie sich ökumenisch einbringen können, das soll an dem Tag im Reformierten Zentrum ausgelotet werden. „Das beschäftigt uns sehr stark“, sagt Oberkirchenrätin Rudolph, die auch dem Gemeinsamen Präsidium der Ökumenischen Kirchentags angehört.

Antipasti, Gulasch und Crêpes

In der Podiumsdiskussion von 11 bis 12.30 Uhr diskutieren Bischof Dr. Gustáv Bölcskei aus Ungarn, der Moderator des Reformierten Bundes in Deutschland, Dr. h.c. Peter Bukowski, und seine Frau, die Wuppertaler Pfarrerin Sylvia Bukowski, der Dekan der Theologischen Fakultät der Waldenser in Rom, Prof. Dr. Daniele Garrone, Bischof Dr. Dr. Christoph Klein aus Rumänien sowie Thomas Wipf, Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Am Nachmittag folgt ein Open Space über „Ökumenische Erfahrungen reformierter Minderheitenkirchen vor Ort“. Und von 18 bis 19.30 Uhr wird ein Europäisches Feierabendmahl nach reformierter Tradition gefeiert.

Der Tag findet in der Kirchengemeinde München I, Reisingerstraße 11, statt. Musikalisch leiten „Colourful Grace“ aus Wuppertal und ein Chor aus Pécs/Ungarn durch den Tag. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zur GEKE-Nordwestgruppe findet während des „Europäischen Mittagsgebets“ von 12.30 bis 13 Uhr statt. Anschließend gibt es Ökumene für den Gaumen: Beim „Europäischen Mittagsbuffet“ gibt es u.a. italienische Antipasti, ungarisches Gulasch und französische Crêpes.

ekir.de / neu / 10.05.2010