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chrismon plus rheinland

Ich bin so frei

"Ich bin so frei, mit Menschen über den Sinn des Lebens zu reden und nach ihren Fundamenten zu fragen“, sagt Karin Kolmsee aus Aachen.

"Wir sind so frei" heißt das Jubiläumsmotto zur Generalsynode vor 400 Jahren.

Weiter erklärt die Verhaltenstrainerin für Führungskräfte in Unternehmen: "Meine eigene christliche Haltung verheimliche ich nicht  - auch wenn das Irritationen hervorruft." Wenn sie Menschen erzähle, dass sie sonntags in die Kirche geht, werde sie schon mal gefragt, in welchem "Verein" sie denn sei. ",Keine Sorge', antworte ich dann, ,ich bin nur evangelisch'."

Die Presbyterin aus Aachen ist eine von sieben Menschen aus der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die "chrismon plus rheinland" in der August-Ausgabe zum Thema evangelische Freiheit befragt hat. "Ich bin so frei" lautet der Beitrag. "Wir sind so frei" - so lautet das Jubiläumsprogramm zur Duisburger Generalsynode vor 400 Jahren.

Damals nahmen sich Vertreter aus 22 reformierten Gemeinden die Freiheit, eine eigene Kirche zu gründen. Von unten nach oben sollte sie aufgebaut sein - und Nichttheologen gleichberechtigt beteiligen. Diese Prinzipien prägten die Evangelische Kirche im Rheinland. Worin sich evangelische Freiheit heute zeigt, darüber erzählen die sieben Frauen und Männer aus Presbyterien in Aachen, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Rheydt, Wuppertal und Xanten.

Michael J. Immecke, Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum in Wuppertal: "Ich bin so frei, mich als Presbyter politisch zu engagieren und den Mund aufzumachen gegen die Sparpolitik des Landes“, sagt er. "Sie bürdet Kommunen soziale Lasten auf, die sie nicht mehr stemmen können.“

Tabuthema Pflege

Die Titelgeschichte der August-Ausgabe ist ein Interview mit der Autorin und TV-Moderatorin Lisa Ortgies (u.a. "frau TV“) über das Tabuthema Pflege. Bislang ist Pflege von Angehörigen vor allem Frauensache. Das muss sich ändern, fordert Ortgies angesichts der Planungen der Bundesregierung für ein neues Pflegegesetz.

Das Gesetz wird Frauen nach Ansicht von Ortgies nicht vor der drohenden Dreifachbelastung durch Kinder, Beruf und Pflege schützen. Ortgies sieht die Kirche als Verbündete im Kampf für den Zusammenhalt der Generationen und eine neue Wertschätzung des Alterns.

ekir.de / cpr, neu / 03.08.2010