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Mail pressestelle@ekir.de

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Gedanken zum Energieforum 2. Mai 2007 in Mülheim/Ruhr (Ausklang)

Achtung: Sperrfrist 2. Mai 2007, 13.30 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort!

1. Ein bekanntes Problem
Die Beschäftigung mit dem Klimathema hat in der Evangelischen Kirche im Rheinland, aber auch in anderen Landeskirchen und Bistümern, eine lange Tradition. Bereits 1989 fand in der Evangelischen Akademie - damals ebenfalls in Mülheim - eine große Tagung dazu statt mit dem Akzent auf den Treibhauseffekt und auf die Gefahr der Klimaänderung durch Spurengase. Mit dem Schwerpunkt Schöpfungsverantwortung auf der Landessynode 1991 und den Empfehlungen und Maßnahmen in deren Nachfolge wurde das Thema in der Evangelischen Kirche im Rheinland in den Folgejahren intensiv bearbeitet. So wurde seinerzeit z.B. ein Energiesparfonds aufgelegt, der bis vor kurzem viele Baumaßnahmen in Kirchengemeinden unterstützen konnte, die entsprechende Wärmedämmung, effizientere Heizungsanlagen oder die Umstellung auf umweltfreundlichere Energieträger wie die Photovoltaik auf den Weg brachten.

2. Neue Impulse
Die heutige Diskussion ist ausgelöst und geprägt durch die Ergebnisse des Berichtes des Weltklimarates der Vereinten Nationen, der in diesem Jahr in mehreren Teilen der Weltöffentlichkeit präsentiert wird. Nicht zuletzt durch die dabei angekündigten dramatischen klimatischen Umwälzungen und deren erhebliche finanzielle Folgen und soziale Verwerfungen hat die gesellschaftliche Diskussion ihren augenblicklichen Stand erreicht und wird uns in vielen Bezügen - privat, innerkirchlich, parteipolitisch, gesellschaftlich - in den nächsten Jahren begleiten. Neben der heute geführten Diskussion werden in vielen Bereichen Fragen in den Blick zu nehmen sein. Als Stichworte seien nur Flugpreise, Biokraftstoffe, Tempolimit oder PKW-Maut genannt.

3. Strategien aus NRW
Die heutige Veranstaltung ist unter anderem auch deshalb so interessant, weil bewusst der Fokus auf Nordrhein-Westfalen gelegt wurde und für uns wichtig ist, welche Beiträge zur Klimaverbesserung unser Land leisten kann, welche Strategien entwickelt werden können und an welchen Stellen breite gesellschaftliche Bündnisse eine nachhaltige Energiepolitik ermöglichen. In seiner Regierungserklärung hat Dr. Jürgen Rüttgers Nordrhein-Westfalen als Energieland Nr.1 bezeichnet. Deshalb hat NRW auch die Pflicht, Impulse für eine klimaschonende zukünftige Energieversorgung zu setzen.
Da NRW der wesentliche Standort des deutschen Steinkohlebergbaus ist, sind seine Notwendigkeit, die Möglichkeiten und die Bedingungen seines Beitrages zur sicheren Energieversorgung unseres Landes besonders zu bedenken. Das gilt mit gleicher Dringlichkeit für die Konsequenzen von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen zum Steinkohlebergbau für die davon betroffenen Bergleute und ihre Familien.
Auch die Infrastruktur der Bergbauregionen ist bei solchen Entscheidungen zu bedenken. Der Aufbau neuer Arbeitsplätze benötigt Zeit, so dass eine Entscheidungsplanung notwendig ist, die die erforderlichen zeitlichen Abläufe berücksichtigt.

4. Kirchliche Beiträge
Das Ziel für uns als Kirche ist dabei, die Kriterien einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung - Wirtschaftlichkeit, soziale Gerechtigkeit im nationalen und internationalen Kontext, Umweltverträglichkeit - einzufordern und auch selbst vorzuleben. Dazu können Bündnisse wie die gerade installierte Klimaallianz dienen mit entsprechenden Forderungen zum Klimaschutz, die über die bisher diskutierten hinausgehen. In unserer Landeskirche wird das Thema Globalisierung auf der Agenda der nächsten Synode stehen. Erwähnenswert sind auch die gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD zur UN- Konferenz für Nachhaltigkeit und Entwicklung in Johannesburg 2002 sowie der Beitrag der Deutschen Bischofskonferenz zum Klimawandel als Brennpunkt globaler, intergenerationeller und ökologischer Gerechtigkeit. Notwendig sind aber auch praktische Maßnahmen, um die Eigenverantwortung vorzuleben, beispielsweise durch kirchliches Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagement wie beim Grünen Hahn. Zum glaubwürdigen Handeln gehören also möglichst flächendeckende Projekte, die auch an das Verhalten jedes Einzelnen gerichtet sind und die politische Ausrichtung, Ressourcenschonung und damit verbunden eine deutliche Minderung des Energieverbrauchs einzufordern. Somit wird Klimaschutz auch zu einer Frage der Gerechtigkeit.

5. Ausblick
Kirche hat aber auch die Möglichkeit bei Veranstaltungen wie der heutigen, Öffentlichkeit herzustellen und die unterschiedlichen Akteure zusammen zu bringen, um nach gemeinsamen Strategien und Lösungen zu suchen. Wir werden als Kirchen engagiert weiter an diesen Themen arbeiten, mit Veranstaltungen und eigenen Projekten. Dabei ist uns ein intensiver Dialog mit den gesellschaftlichen Akteuren genauso wichtig wie das Ziel, die Wege zum Klimaschutz auf eine möglichst breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Die uns nachfolgenden Generationen werden darüber urteilen, ob und wie es uns gelungen ist, ihnen eine lebenswerte Erde hinterlassen zu haben.

Nikolaus Schneider
Präses der Evangelische Kirche im Rheinland

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 2. Mai 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 2. Mai 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle /



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