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Vizepräses Petra Bosse-Huber predigt zum Miriamsonntag

„Viele ,Schwarze Witwen‘ sind so unschuldig wie ihre Opfer“

Achtung, Sperrfrist: Sonntag, 12. September 2004, 9 Uhr

Die „Schwarzen Witwen“, die in Rußland an zahlreichen Terrorakten beteiligt sind bzw. waren, tragen nach Ansicht von Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, „zugleich die irritierenden Züge von Opfern und von Täterinnen“. In ihrer Predigt anlässlich des sogenannten Miriamsonntags im Altenberger Dom (am Sonntag, 12. September,) erinnerte die 45-jährige Theologin daran, dass viele dieser Frauen entgegen der landläufigen Meinung „so unschuldig sind wie die Opfer in der Menge, die mit in den Tod gerissen werden“. Viele der „Schwarzen Witwen“ würden von ihren Vätern oder Brüdern zu den todbringenden Missionen gezwungen.
Die „Schwarzen Witwen“ würden ähnlich wie die biblische Sklavin Hagar, zur Leihmutter für Abraham und Sara degradiert, auf ihren Körper reduziert. Bosse-Huber: „Diesmal nicht wie Hagar, die den Muslimen als Stammmutter gilt, um für andere Leben zu produzieren, sondern um für andere den Tod zu bringen; zu Objekten degradiert im Namen einer menschenverachtenden, totalitären falschen Interpretation von Religion, die als Tarnung herhält für Männerinteressen.“ Allerdings, so die Vizepräses mit Blick auf die Dreiecksgeschichte von Abraham, Sara und Hagar, „verweigert diese biblische Erzählung die religiöse Rechtfertigung von Gewalt. Sie rechtfertigt mit keiner Zeile, dass Menschen von anderen Menschen zu Objekten gemacht werden, dass Frauen reduziert werden zu Gefäßen der Fortpflanzung oder des Terrors“.
Bei ihrer Einschätzung der „Schwarzen Witwen“ stützt sich Petra Bosse-Huber auf Recherchen der russischen Journalistin Julia Jusik und verschiedener Menschenrechtsorganisationen. Für ihr Buch „Die Bräute Allahs“ habe Jusik recherchiert, dass es neben der einen Gruppe der verzweifelten Frauen, die Männer, Kinder, Familien verloren haben und die nun an den Besatzern in Tschetschenien Rache üben, eine zweite Kategorie von „Schwarzen Witwen“ gebe: Die Gruppe ist viel jünger, zwischen 17 und 25 Jahre alt. Diese Frauen, so Bosse-Huber, hätten kein Motiv sich zu opfern, obwohl es kaum eine tschetschenische Familie gebe, die

in den vergangenen zehn Jahren nicht Opfer zu beklagen hätten. „Diese Mädchen kommen aus Wahhabiten-Familien, in denen der Vater meistens für die Terroristen tätig ist. Wenn die Mädchen keine Väter mehr haben, ist es – so die Journalistin – den Brüdern eine Ehre die Schwestern zu opfern. Sie wollen nicht sterben, aber werden von den Männern zu diesen Taten, mitunter auch mit sexueller Gewalt, gezwungen. Wir sind es gewohnt zu hören, dass alle ,Schwarzen Witwen‘ sich selbst in die Luft sprengen. Nach Recherchen von Julia Jusik werden diese Frauen in den allermeisten Fällen gesprengt. Ihnen wird ein Gürtel umgebunden, und dann wird die Bombe aus der Entfernung gezündet. Der Weltöffentlichkeit wird anschließend verkauft, dass die Frauen es waren, die sich in die Luft gesprengt haben. Dabei sind viele von ihnen so unschuldig wie die Opfer in der Menge, die mit in den Tod gerissen werden“.

Zum Hintergrund:
Die rheinische Kirche schreibt mit dem Miriam-Sonntag die Themen der ökumenischen Dekade „Kirchen in Solidarität mit den Frauen“ (1988 bis 1998) fort. Er findet einmal im Jahr statt.

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 10. September 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 10. September 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Düsseldorf / Pressestelle /



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