Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche

Sowohl segensreich, als auch schwierig

Als relativ kompliziert hat Vizepräses Petra Bosse-Huber den Dialog der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit der russisch-orthodoxen Kirche bezeichnet. Das sagte sie nach der Rückkehr aus Moskau vom Dialog von EKD und russisch-orthodoxer Kirche.

Auf die gemeinsame Botschaft kommt es an: Vizepräses Petra Bosse-Huber Auf die gemeinsame Botschaft kommt es an: Vizepräses Petra Bosse-Huber

Andererseits sei es „ein Segen, dass es diesen Dialog gibt“. Denn es komme auf die gemeinsame Botschaft an. Trotz aller „gewaltigen Unterschiede“ gebe es ein gemeinsames Herz, stehe Christus in der Mitte, so die Vizepräses.

Die Unterschiede: „Die Form, Gottesdienst zu feiern, ist mir unendlich fremd.“ Die russisch-orthodoxe Kirche stelle sich in Pomp und Prunk dar – „für uns unvorstellbar“, was aber eben Ausdruck der Heiligkeit der Kirche sei. Die Vizepräses hatte unter anderem mit dem EKD-Ratsvorsitzenden ein Gebet gesprochen, nach einem orthodoxen Gebet. „Es war kein gemeinsames Gebet, wir haben am gleichen Ort nacheinander gebetet.“

Ordinierte Theologin - in der russisch-orthodoxen Kirche nicht denkbar

Wie begegnete man ihr? „Sie sind es aus ökumenischen Begegnungen gewöhnt, mit Frauen zu tun zu haben. Aber es fällt ihnen schwer.“ Ordinierte Theologin – das sei für Frauen in der orthodoxen Kirche nicht vorstellbar.

Verständnisprobleme auch beim Thema Menschenrechte, das neben dem Thema 60 Jahre Kriegsende auf der Tagesordnung des Treffens stand. Die Gesprächspartner identifizierten die Frage der Menschenrechte mit dem Westen und sagten: Wie stehen vor ganz anderen Problemen. „Sie hören es mit anderen Ohren“, erklärt Bosse-Huber. Ähnlich, wenn Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche gefragt werden, wie es mit der Demokratie stehe. Das klinge für sie wie einst die Frage: Wie haltet ihr es mit dem Kommunismus? „Sie fühlen sich nach ihrer politischen Rechtgläubigkeit gefragt.“

Weitere Mitarbeit im ÖRK

Im Blick auf die Frage der Zusammenarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sei informell klar geworden, dass sie nicht aufgegeben werde, berichtet die Vizepräses weiter. Das Konsensprinzip sei dabei eine Erleichterung. Es nehme für die russisch-orthodoxe Kirche den Druck heraus.

Der Dialog – er findet seit Ende des Zweiten Weltkriegs regelmäßig statt. Diesmal war die EKD-Delegation erstmals nach Moskau in die Residenz des Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche eingeladen, was vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, so Bosse-Huber. Das nächste Treffen werde in zwei bis drei Jahren stattfinden, dann in Deutschland.

 

 

 

wr/neu / 23.04.2005

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 25. April 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 25. April 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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