Peter-Beier-Preis

Ministerin Wieczorek-Zeul und Bischof Kameeta ausgezeichnet

Die dauerhafte Versöhnung zwischen Deutschland und Namibia ist das Ziel der Politikerin und des Bischofs. Dieses Engagement würdigt der Peter-Beier-Preis

Vizepräses Bosse-Huber, Bischof Kameeta, Präses Schneider und Bundesministerin Wieczorek-Zeul bei der Preisübergabe LupeVizepräses Bosse-Huber, Bischof Kameeta, Präses Schneider und Bundesministerin Wieczorek-Zeul bei der Preisübergabe

Im August 2004 bat die Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul mit den Worten des Vaterunser um Vergebung für die Gräueltaten deutscher Kolonialtruppen in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Der namibische Bischof Zephania Kameeta nahm diese Bitte an und reichte der Ministerin die Hand der Versöhnung.

Mit dem Peter-Beier-Preis, den Präses Nikolaus Schneider an die Ministerin für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit und an den Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia überreichte, würdigt die Evangelische Kirche im Rheinland das Verdienst der beiden um die Aussöhnung zwischen Deutschland und Namibia. Präses Schneider und die Bundesministerin betonten beide ausdrücklich den Einsatz von Bischof Kameeta, auf der Grundlage seines Glaubens für die Annahme der Versöhnungsgeste zu werben, ohne Reparationszahlungen zur Bedingung der Versöhnung zu erheben.

Ihre Versöhnungsbitte hatte die Ministerin im August 2004 während der Gedenkfeiern anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht am Waterberg in Namibia geäußert. Bei diesem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts wurden bis 1908 rund 90.000 Herero, Nama und Damara durch deutsche Kolonialtruppen in einem Vernichtungskrieg getötet.

Für Bischof Kameeta ist die Verleihung des Peter-Beier-Preises auch eine Ehrung der Opfer, die ihnen Würde gibt: "Ich nehme den Preis auch an im Namen derer, deren Gebeine in der Wüste verstreut liegen, im Namen meiner Urgroßeltern und aller Völker aller Namibias, die zu Opfern dieses Krieges zählen."

Auch Wieczorek-Zeul ist der Preis Ansporn, sich für die Versöhnungzwischen Deutschland und Namibia einzusetzen. "Ich wollte das dunkle Kapitel in der Geschichte unseres Volkes wieder ins Gedächtnis rücken, denn nur so lässt sich wenigstens die Würde der Opfer wiederherstellen und der Weg in die Zukunft gehen."  Gleichzeitig kündigte sie an, ihr Ministerium werde zehn Jahre lang pro Jahr zwei Millionen Euro für die Arbeit eines Versöhnungsrats der beiden Völker zur Verfügung stellen. Bischof Zephania Kameeta hat die Einsetzung eines solchen Rates angeregt, damit der durch die Versöhnungsgeste der Ministerin begonnene Dialog auch dauerhaft Früchte tragen kann.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 24. Mai 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 24. Mai 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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