Indonesien

West-Papua: Autonomie umsetzen

West-Papua braucht eine umfassende Verwaltungsreform. Das fordern West Papua Netzwerk und Südwind von der indonesischen Regierung. Nötig sei die Umsetzung des Autonomiegesetzes. Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte müssten beendet werden.

In den vergangenen Wochen habe es in West-Papua immer wieder Unruhen gegeben, bei denen viele Menschen verprügelt und verhaftet wurden, so West Papua Netzwerk und das Institut für Ökonomie und Ökumene, Südwind. „Weiter verschärft wurden die schwelenden Spannungen durch ein Gerichtsurteil Anfang letzter Woche“, so Uwe Hummel, Koordinator des West Papua Netzwerkes.

Die Menschenrechtler Filep Karma und Yusak Pakage seien zu 15 und 10 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie am 1. Dezember 2004 die Fahne West-Papuas gehisst hatten, so Hummel. Die Menschen in Papua seien empört, dass Karma und Pakage für ein solches "Verbrechen" zu langjährigen Strafen verurteilt werden können, während beispielsweise die Soldaten, die im November 2001 mit Theys Eluay einen der Anführer der Papua ermordeten, nur zu Strafen von zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

Für den Ökonomen und Menschrechtler Agus Sumule ist dies nur ein Vorfall unter vielen: „Die indonesische Regierung war jahrzehntlang nicht bereit, die eigenständige Kultur der Papua und deren Streben nach Freiheit anzuerkennen. Den Menschen in West-Papua werden grundlegende Rechte vorenthalten. Seit die Provinz in den sechziger Jahren durch ein umstrittenes Verfahren zu Indonesiens kam, gab es immer wieder schwerste Menschenrechtsverletzungen. Schätzungen gehen von bis zu 100.000 Opfern bei Kämpfen und durch Übergriffe der Sicherheitskräfte aus.“

West-Papua hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für Indonesien. In der Provinz werden Bodenschätze – Kupfer, Gold, Silber, Öl, Gas – abgebaut oder gerade erschlossen, so Fiedel Hütz-Adams von Südwind. „Neben den legalen Geschäften werden in West-Papua beispielsweise jährlich Millionen Kubikmeter Holz illegal eingeschlagen und exportiert. Hochrangige Politiker, Polizeioffiziere und Militärs sind in die Geschäfte verwickelt und einige von ihnen nutzen die andauernden Unruhen, um unbeobachtet agieren zu können. Ein kleiner Teil des Holzes endet vermutlich auch auf dem deutschen Markt.“

 

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 1. Juni 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 1. Juni 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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