Kirchenmusik studieren

Über Wasser halten

Die Studierendenzahlen an der Kölner Musikhochschule bei der Evangelischen Kirchenmusik sind drastisch gesunken auf nur noch neun. Vor zwanzig Jahren waren es noch doppelt so viele. Im April 2005 gibt es keine Erstsemester.

Gehören zu den wenigen jungen Leuten, die Kirchenmusik studieren: Berit Kramer, Mareile Schmitt und Christian Domke. Gehören zu den wenigen jungen Leuten, die Kirchenmusik studieren: Berit Kramer, Mareile Schmitt und Christian Domke.

Berit Kramer, Studentin im zweiten Semester mit Schwerpunkt Chormusik, sagt: „Wir studieren in die Arbeitslosigkeit.“ Und fügt an: „Man braucht viel Zuversicht.“ Sie entstammt, wie die meisten ihrer Kommilitonen, einer kirchlich geprägten Familie. Fast alle haben den C-Kurs als ersten Schritt und Grundausbildung für eine nebenamtliche Kirchenmusikerstelle abgeschlossen.

 

 

Modernes überlebt sich schnell: Die Studierenden lernen das Orgelspiel. Modernes überlebt sich schnell: Die Studierenden lernen das Orgelspiel.

„Ich wollte Kirchenmusik nur als Hobby betreiben und ein anderes Fach studieren“, sagt Christian Domke, inzwischen im dritten Semester. „Ich  hab nur noch Musik gemacht und dann gewechselt.“ Praxis und ein Platz an einer Orgel sind für ihn wichtig. Er ist Organist in seiner Heimatgemeinde.

Für Mareile Schmitt steht das Examen an. Ihre Liebe gilt der Orgel, der Klassik. „Jazz können andere gut, ich mache klassische Musik gut.“ Für sie ist gute Kunst Verkündigung, die Menschen tief berühren kann.

„Ohne beim Spiel selbst angerührt zu werden, kann dieser Ausdruck nicht gelingen“, ergänzt Berit Kramer, die Zweitsemesterin. Sie hält mit ihrer Meinung zu moderner Musik nicht hinterm Berg. Viele Pfarrer setzten auf neue Formen der Kirchenmusik. Bei den Studierenden sei die Akzeptanz gering. Sie hält dagegen: „Modernes überlebt sich schnell, Klassik vermittelt Werte.“ 

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Theologen und Musikern in der Gemeinde ist für die drei zukünftigen Kirchenmusiker wichtig, Offenheit für die gemeinsame Gemeindearbeit. Trotz der schwierigen Stellensituation sehen sie zuversichtlich in die Zukunft. „Über Wasser halten kann man sich als Kirchenmusiker mit Abschluss auf jeden Fall“, so Christian Domke. Berit Kramer ergänzt: „Die Kirche soll genügend Geld zur Verfügung stellen und akzeptieren, dass Kunst auch Geld kostet.“

 

 

 

Renate Hofmann /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 20. Juni 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 20. Juni 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



© 2019, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.