Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studie 2005

Prognose: 70 Prozent online

Bis zum Jahr 2010 werden 70 Prozent der deutschen Erwachsenen online sein, so die Prognose der ARD/ZDF-Online-Studie 2005. Seit Erfindung des WWW sind mittlerweile 58 Prozent der Erwachsenen hierzulande im Netz.

Zwar nimmt der Anteil derer, die Internet-Zugang haben, noch Jahr für Jahr zu. Aber die Steigerungsraten sind längst nicht mehr so groß wie noch in den Pionierjahren des WWW. Immerhin: Bevölkerungsgruppen, die lange „onlien-abstinent“ waren, begeben sind nun zunehmend ins Netz.

Frauen und Ältere holen auf

Zur Erinnerung: In den Anfangsjahren war das WWW eine Sache junger, formal höher gebildeter junger Männer. Inzwischen haben die meisten Frauen die Hemmschwelle überwunden. Knapp die Hälfte von ihnen ist heute online. Außerdem haben viele ältere Menschen sich mittlerweile auf die weltweite Datenbahn begeben.

Dennoch: Den höchsten Anteil unter den Usern haben Jugendliche. 96 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind online. Klar ist auch: Büro-Arbeitsplätze ohne Internet-Anschluss sind heute kaum noch anzutreffen, so die Studie.

Unterschiedliche User-Typen

Klar ist auch: Die Nutzung variiert stark. Die Studie unterscheidet sechs „Online-Nutzertypen“. Die größte Gruppe ist die der so genannten Randnutzer. Das sind 30 Prozent. Die „Randnutzer“ nutzen das Internet nur gering und in einem kleinen Spektrum.

Ganz anders beispielsweise die „routinierten Infonutzer“. Ihr Anteil beträgt 17 Prozent. Und die „routinierten Infonutzer“ bewegen sich täglich zwei Stunden oder länger im WWW. Das Internet sei ihr „täglicher Begleiter in allen beruflichen und privaten Fragen“.

Emails, Informationen und Shopping

Welche Inhalte interessieren die User? Die wichtigste Säule ist nach wie vor die Kommunikation. Für 78 Prozent der User ist das Senden und Empfangen von Emails am wichtigsten. Laut der Studie haben Emails sogar in großen Teilen das Briefeschreiben ersetzt. Andere Kommunikationsformen – Gesprächsforen, Newsgroups, Chats – nutzen 16 Prozent, und zwar die eher Jüngeren.

Die andere beiden Säulen sind Informationssuche und Shopping. Bei der Säule Information geht es den Usern primär um aktuelle Nachrichten und Informationen aus Deutschland und dem Ausland. Rund ein Fünftel der User nimmt heute an Online-Auktionen und Versteigerungen teil. Zwölf Prozent bestellen Waren im Internet. Anteile, die in jüngster Zeit zugenommen haben.

Gratiswelt Internet

Gleichzeitig geht die Bereitschaft, für Online-Angebote zu zahlen, sogar zurück. Während das Angebot kostenpflichtiger Inhalte steigt, sinkt die Bereitschaft der User, diese zu nutzen. Mittlerweile verweigern 81 Prozent Cash für Content. Das WWW soll eine Gratiswelt bleiben.

Langsamer, als von der Telekommunikationsindustrie vorhergesagt, entwickelt sich das mobile Internet. Im Jahr 2005 nutzt knapp ein Fünftel der Onliner einen mobilen Internetzugang, geht also über Handy, PDA oder Laptop ins WWW. Zurück gegangen ist die Nutzung von Audios und Videos im WWW. Podcasts, also mobiles Wunschradio, seien bisher nur „Zukunftsmusik“, so die Studie.

Das Internet hat sich etabliert

Herausgefunden haben die Forscher außerdem, dass die User im Durchschnitt täglich zwei Stunden im WWW verweilen. Das fällt natürlich bei den verschiedenen Nutzungsgruppen auseinander. So surfen und mailen die 14- bis 29-Jährigen im Schnitt 153 Minuten.

Und dann wollten sie wiederum wissen, ob das Internet Radio, Fernsehen und Tageszeitung bedroht. Aber nein. Die klassischen Medien würden „erstaunlich konstant“ parallel weiter genutzt. Das Internet haben sich allerdings als weitere Säule der Medienpalette etabliert.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 29. November 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 29. November 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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