Hoffen bis zuletzt

Hilfe für die Angehörigen von Seebebenopfern

Drei Monate nach der Flutkatastrophe suchen Menschen immer noch nach ihren Angehörigen. Für andere ist die Zeit des Bangens und Hoffens vorbei, der Tod eines geliebten Menschen ist Gewissheit geworden

Präses Nikolaus Schneider (li.) erläutert das Engagement der EKiR Präses Nikolaus Schneider (li.) erläutert das Engagement der EKiR

Die Evangelische Kirche im Rheinland und der Landesverband Nordrhein des Deutschen Roten Kreuzes engagieren sich gemeinsam für die Angehörigen der Opfer.

Für Präses Nikolaus Schneider ist das Engagement der Kirche für die Angehörigen der Flutopfer ein Zeichen dafür, dass die EKiR auch weiterhin gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Das Projekt „hoffen bis zuletzt“ setzt die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und DRK fort, die auf dem Düsseldorfer Flughafen mit der Betreuung der Rückkehrer aus Südostasien begann. Bei diesem gemeinsamen Projekt bringt die evangelische Kirche ihre Kernkompetenz mit ein: „Wenn Menschen angesichts des Leides verstummen, kann die Kirche Seelsorge und Worte anbieten,“ erläutert der rheinische Präses. So ist dieses Engagement auch ein Zukunftsmodell für kirchliches Handeln in der Gesellschaft.

„Die Kooperation zwischen DRK und der kirchlichen Notfallseelsorge ist eine gute Tradition“, betont auch Heinz-Josef Vogt, Präsident des DRK-Landesverbandes, auf der gemeinsamen Pressekonferenz im Landeskirchenamt in Düsseldorf.

 

Präsident Heinz-Josef Vogt vom DRK-Landesverband Nordrhein (li.) und EKiR-Pressesprecher Jens-Peter Iven Präsident Heinz-Josef Vogt vom DRK-Landesverband Nordrhein (li.) und EKiR-Pressesprecher Jens-Peter Iven

Die Flutkatastrophe stellt für den Suchdienst des DRK die größte Herausforderung nach dem zweiten Weltkrieg dar, 750 Suchanfragen wurden dem DRK gemeldet, 430 Menschen aus Deutschland gelten bis jetzt noch als vermisst. Aus NRW werden 59 Personen vermisst, bei 30 wurde bisher der Tod bestätigt. Neben der Suche nach Opfern wird jetzt auch die Betreuung ihrer Angehörigen wichtig. Das Projekt „hoffen bis zuletzt“ wendet sich daher an die Angehörigen, die einen Menschen verloren haben oder vermissen. Sie benötigen praktische Hilfen und psychosoziale Betreuung. Damit sie nicht allein bleiben, organisiert das Projekt ortsnahe Angehörigentreffen. Erste Treffen hat es schon in Hamburg und in Süddeutschland gegeben, in NRW sind Angehörige zu vier Treffen für die zweite Aprilwoche eingeladen.

Neben rechtlichem Rat und praktischer Hilfe ist für die Angehörigen besonders wichtig, einen Raum zu haben, wo sie Trauer wagen und neue Orientierung für ihr Leben gewinnen können. Wenn gewünscht, bieten auch Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger weitere Begleitung vor Ort an.

 

Pfarrer Uwe Rieske koordiniert das Projekt "hoffen bis zuletzt" Pfarrer Uwe Rieske koordiniert das Projekt "hoffen bis zuletzt"

Pfarrer Uwe Rieske koordiniert das Projekt, er berichtet von einem der süddeutschen Treffen: „Seelisch schwer beladen kamen die Menschen an, mit etwas leichterem Gepäck fuhren sie am Abend nach Hause“. Das Projekt ist auf ein Jahr befristet, am Jahrestag des Seebebens wird den Angehörigen die Möglichkeit geben, gemeinsam ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

Das Projekt wird finanziell gemeinsam von der Landeskirche und dem DRK Nordrhein getragen, allerdings fehlten bis heute noch 50.000 Euro in der Finanzierung. Während der Pressekonferenz überbrachte eine Vertreterin der Staatskanzlei die Zusage, dass das Land NRW diese Lücke schließt. Denn allen Beteiligten ist wichtig, dass diese Begleitung Angehöriger kostenfrei geschehen kann. 

Hinweis: Die Einladungen zu den Angehörigentreffen wurden über den DRK-Suchdienst, Polizeidienststellen oder das Bundesamt für Katastrophenschutz verteilt, wer keine Einladung erhalten hat, kann sich mit Pfarrer Rieske in Verbindung setzen:

Pfarrer Dr. Uwe Rieske
DRK-Landesverband Nordrhein e.V.
Auf'm Hennekamp 71
40225 Düsseldorf
Tel.: 021-3104-181
Fax: 0211-3104-197
Email: u.rieske@drk-nordrhein.net

 

 


 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 24. März 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 24. März 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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