Gewalt gegen Frauen

Eine unbehagliche Ausstellung

Am Vortag des internationalen Frauentags ist im Landeskirchenamt in Düsseldorf eine Wanderausstellung mit Gemälden einer Frau, die als Kind missbraucht und vergewaltigt wurde, eröffnet worden.

Gemälde einer Betroffenen: Im Landeskirchenamt ist die Ausstellung mit Bildern einer missbrauchten Frau zu sehen. Gemälde einer Betroffenen: Im Landeskirchenamt ist die Ausstellung mit Bildern einer missbrauchten Frau zu sehen.

Die Bilder der Frau, die anonym bleiben möchte, seien "nur ein schwacher Widerschein dessen, was Opfer von Gewalt zu ertragen haben", sagte zur Ausstellungseröffnung Präses Nikolaus Schneider. Die Besucherinnen und Besucher erwarte kein fröhliches Thema. "Beim Betrachten der Bilder werden Sie sich vielleicht unbehaglich und betroffen fühlen."

In die nackte Frau, die auf dem Rücken liegt, stößt ein überdimensionales Schwert hinein. Das ist eines der drastischen Motive, die "ZK" - so das Kürzel der betroffenen Frau - mit Pinsel und Farbe auf Papier gebracht hat. "Der Weg - Geschichte einer misshandelten Frau" heißt die Reihe von Gemälden, eine Wanderausstellung.

Gewalt gegen Frauen und Kinder sei leider immer noch ein Problem, sagte der Präses, der an das Wort der Landessynode 2000 erinnerte, die diese Gewalt als Sünde gebrandmarkt hat. Weil auch im Raum der Kirche Gewalt gegen Frauen vorkomme, habe sich die rheinische Kirche Instrumentarien gegen Übergriffe oder wenigstens zum nachträglichen Schutz der betroffenen Frauen gegeben.

 

 

Aufmerksam bleiben: Dr. Britta Jüngst. Aufmerksam bleiben: Dr. Britta Jüngst.

Die Bilder seien berührend. Und: Wer sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt beschäftigt, kommt nicht unberührt und unbeschadet davon. Das sagte die westfälische Frauenreferentin Dr. Britta Jüngst in ihrem Referat zur Ausstellungseröffnung. "Unsere theologische Tradition steht hier vor Grenzen", so die Theologin. Die Tradition spreche nicht von Widerstand. Vielmehr sei die christliche Theologie schnell dabei, Vergebung zu predigen. Doch die Erwartung, dass die Opfer vergeben, klinge danach, sie sollten schweigen. Und nicht (mehr) über die erlittene Gewalt reden - wie es typischerweise Täter von Gewalt- und Missbrauchsopfern verlangen. Jüngst rief dazu auf, für sexualisierte Gewalt aufmerksam zu bleiben und sie nicht zu dulden.

Klänge wie kreischende spitze Schreie, dazu beunruhigende klopfende Töne: Die Ausstellungseröffnung endete mit dem Stück "Mystical Uniting" des 1955 geborenen Esten Peeter Vähi, das das Duo "Nuances" mit Anke Kreuz (Querflöte) und Achim Busch (Gitarre) aufführte.

Bis Gründonnerstag, 24. März, ist die Ausstellung im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, zu sehen.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 7. März 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 8. März 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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