Südostasien

Hunderte von Toten und schwerste Schäden auf Nias

Vereinte Evangelische Mission unterstützt Katastrophenhilfsmaßnahmen ihrer Mitgliedskirchen

Zerstörungen in der Region nach dem ersten Seebeben am 26.12.2004. Jetzt wird diese Region innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal getroffen Zerstörungen in der Region nach dem ersten Seebeben am 26.12.2004. Jetzt wird diese Region innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal getroffen

Die Opferzahlen und die Sachschäden, die durch das Seebeben am 28. März auf der indonesischen Insel Nias hervorgerufen worden sind, sind vermutlich weit höher als die vom 26. Dezember des vergangenen Jahres. Das haben erste Kontakte der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zu Vertretern ihrer Mitgliedskirchen auf der Insel und in der Region ergeben. Das Epizentrum des Seebebens mit der Stärke von 8,5 auf der Richterskala, das glücklicherweise keine große Tsunami-Flutwelle ausgelöst hat, lag vor der Küste nördlich von Nias.

Nach Telefonkontakten unter anderem mit Ar Geya, dem Bischof der Christlich-Protestantischen Kirche auf Nias (BNKP) und E-Mail-Berichten von Dr. Robinson Butarbutar, dem Regionalkoordinator Asien der VEM mit Sitz in Medan (Sumatra), muss mit mindestens 500 Toten allein im Hauptort Gunungsitoli gerechnet werden. Die Stadt mit etwa 15.000 Einwohnern soll zu 75 Prozent zerstört worden sein, auf dem Hauptmarkt ist nach dem Beben ein großer Brand ausgebrochen. Tausende von Bewohnern sind in Panik in höher gelegene Regionen geflüchtet. Straßen, die noch von dem Dezember-Tsunami in Mitleidenschaft gezogen waren, sind durch Risse und Spalten zum Teil unpassierbar geworden. Insbesondere Brücken, die verschiedene Stadtteile und Regionen der Insel verbinden, sind eingestürzt. Auch die Orte Teluk Dalam und Lahewa sollen schwer zerstört sein. Nachrichten aus dem Inneren der Insel liegen noch nicht vor, Telefon- und E-Mail-Verbindungen waren am Dienstagmorgen unterbrochen.

Die Insel Nias vor der Westküste von Sumatra hat 700.000 Einwohner, anders als im weitestgehend muslimisch geprägten Gesamtindonesien sind etwa 90 Prozent der Bewohner von Nias Christen. Erste Berichte sprechen auch von schweren Schäden an kirchlichen Gebäuden: Sowohl die Hauptkirche der Niassischen Kirche BNKP als auch die Kirche der HKBP, einer anderen Mitgliedskirche der VEM, sollen völlig zerstört sein, eine Schule und ein Kindergarten der BNKP sind zum Teil zerstört, ebenso ein Studentenheim und die Büros der Kirchenleitung. In einer E-Mail heißt es über Gunungsitoli: "Es gibt keinen Laden, der nicht zerstört ist." Die Lebensmittelversorgung ist deshalb ebenso wie die Versorgung mit Energie und Brennstoff stark gefährdet. Vorräte müssten von außen gebracht werden. Wegen des schlechten Wetters lagen dem Bericht zufolge am Dienstagmorgen drei Fähren fest vor Anker und die Flugverbindung war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch unterbrochen. Die Kirchenvertreter vor Ort suchen nach Möglichkeiten, mit Helikoptern die Schäden aufzunehmen und erste Hilfslieferungen auf den Weg zu bringen. Die VEM hat für die ersten Katastrophenhilfsmaßnahmen 25.000 Euro freigegeben.

 

 

 

Wuppertal / VEM Presseerklärung / 29.03.2005

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 29. März 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 29. März 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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