Wirtschaft

Unternehmensfreiräume verantwortlich nutzen

„Die Unternehmer sollten sich aus einem wohlverstandenen eigenen Interesse an den gesellschaftlichen Debatten um ethisch-verantwortliches Handeln beteiligen." Das forderte Präses Nikolaus Schneider bei einer Veranstaltung in der Kölner Antoniterkirche.

„Evangelischer Glaube und ökonomisches Handeln. Über Freiheit und Verantwortung eines Christenmenschen in der globalisierten Wirtschaft“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die Evangelische Akademie im Rheinland (Bonn), die regionale Arbeitsgruppe Köln-Bonn-Leverkusen des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer und die Gemeinde an der AntoniterCityKirche eingeladen hatten.

Schneider weiter: "Die evangelische Kirche wünscht sich Unternehmer, die in ihrem Verantwortungsbereich ihre Freiräume vorbildlich für soziale und umweltgerechte Lösungen nutzen und sich gleichzeitig für konstruktive Ordnungsregeln im Sinne der sozialen Marktwirtschaft einsetzen. Solche Unternehmer können auf Unterstützung und Ermutigung seitens der evangelischen Kirche rechnen.“

In seinem Vortrag nahm der Präses Bezug auf die christliche Tradition des „ehrbaren Kaufmannes“, der seine Geschäfte im Wissen um seine letzte Rechenschaftsablegung vor Gott und im Blick auf die Belange seiner Mitarbeitenden und seiner Umwelt treibt. „Der ehrbare Kaufmann zeichnet sich nach den Kaufmannshandbüchern des Mittelalters durch grundlegende Tugenden aus wie Ehrlichkeit, Vorsicht, Diskretion, Wagemut im richtigen Moment, Friedensliebe, Ernsthaftigkeit, Höflichkeit, Klugheit, Ordnung und eine gute Erziehung“, so Schneider im Vortragstext.

Heute könne der einzelne Unternehmer zwar nicht heroisch alle Probleme alleine in seinem Verantwortungsbereich lösen, eine staatliche Rahmenordnung sei nötig, die einen fairen Wettbewerb ermögliche – wie es „die protestantisch geprägten Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft“ immer wieder proklamiert hätten. Und besonders wichtig: Das Handeln von Banken und neuen Investmentgesellschaften werde von den Kirchen stets mit dem Maßstab ethisch bewertet, ob neue Arbeitsplätze entstehen.

Außerdem werde heute unter dem Stichwort „Globalisierung“ eine „soziale Dimension“ eingefordert, um den sozialen Ungleichheiten und Unsicherheiten zu begegnen, die mit der wirtschaftlichen Globalisierung einher geben. Für diese Dimension verwendeten sich auch die Kirchen, im Sinne einer „globalen Sozialpolitik“.

 

 

 

06.06.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 4. Juni 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 6. Juni 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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