Mirjam-Sonntag

Frauen und das Vaterunser

„Dein Reich komme. Frauen beten das Vaterunser“ - so lautet der Titel des Arbeitshefts zum Mirjam-Sonntag am 24. August 2008. Erarbeitet hat das Heft eine Gruppe von Frauen aus dem Ausschuss „Frau und Kirche“ des Kirchenkreises Gladbach-Neuss.

Der Vers aus dem Vaterunser "Dein Reich komme" bildet den Titel des Arbeitshefts zum Mirjam-Sonntag 2008. Der Vers aus dem Vaterunser "Dein Reich komme" bildet den Titel des Arbeitshefts zum Mirjam-Sonntag 2008.

 

 

 

Beten als Auszeit, die schon in das andere Reich gehört: Dr. Ilka Werner. LupeBeten als Auszeit, die schon in das andere Reich gehört: Dr. Ilka Werner.

„Dein Reich komme“ bilde die Mitte des Vaterunser-Gebets und sei deshalb auch Titelzeile geworden, erzählt eine der Frauen aus dem Team, die Neusser Berufskollegpfarrerin Dr. Ilka Werner. Außerdem drücke diese Bitte aus, „was wir erwarten und durch das Beten schon ein bisschen realisieren. Durch das Beten entsteht eine Auszeit, die in das andere Reich gehört“.

Das Arbeitsheft enthält exegetische Erläuterungen, Interviews und zwei Gottesdienst-Entwürfe. Der eine Entwurf hat die Brot-Bitte als Schwerpunkt und enthält ein Predigtgespräch dazu. Der andere Entwurf dreht sich nicht einfach nur um das Vaterunser, sondern „ist ein Vaterunser-Gebet“, wie Werner im ekir.de-Interview sagt. „Die einzelnen Bitten von der Anrede bis zum Amen bezeichnen die liturgischen Stationen des Gottesdienstes. Das Beten ist der ganze Gottesdienst.“

Sie halte auch die Anrede „Mutter unsere...“ für möglich, so die Theologin weiter im Interview. Allerdings gelte es abzuwägen. Die Veränderung bei einem Gebet, das fast alle Gemeindemitglieder auswendig kennen, könne Verblüffung oder gar Entsetzen auslösen, sagt Werner. „Vater“ werde oft nicht als männlich gehört, „Mutter“ aber sofort als weiblich. „Resexualisierung“ nennt Ilka Werner das im Arbeitsheft. Das Gottesbild solle aber nicht ins Menschliche gezogen werden. Andererseits spreche für die Mutter-Anrede, dass "Vater" ein Sprachbild für Gott ist. Und es sei gut, sich mit Veränderungen auch „in die Mitte zu trauen“.

 

 

Vasthi, Schiffra und Pua, Martha, Lydia - oft befassten sich die Materialangebote zum Mirjam-Sonntag mit biblischen Frauengestalten. LupeVasthi, Schiffra und Pua, Martha, Lydia - oft befassten sich die Materialangebote zum Mirjam-Sonntag mit biblischen Frauengestalten.

Vor zehn Jahren hat die Landessynode, das oberste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), den 14. Sonntag nach Trinitatis zum Mirjam-Sonntag und damit zu einem Sonntag der kirchlichen Solidarität mit den Frauen bestimmt.

Das Heft zum Mirjam-Sonntag 2008, gedruckt in einer Auflage von 4000 Exemplaren, wurde in die Superintendenturen ausgeliefert. Die Arbeitsstelle Gottesdienst hat es (fast vollständig) zum Download bereit gestellt.

 

neu / 26.05.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 25. April 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 13. Juni 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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