Hilden

"Was ist Heimat?"

"Wir haben Menschen erzählen lassen, die aus verschiedenen Gründen nach Deutschland, nach Hilden gekommen sind", erklärt Tanja Leberer vom Evangelischen Schulzentrum Hilden. Entstanden ist so die Mitmachausstellung "In Hilden angekommen".

Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Schulzentrums haben die Ausstellung erarbeitet, die ab Sonntag, 1. Juni, im Wilhelm-Fabry-Museum im Hilden gezeigt wird. "Die Jugendlichen mussten erst einmal die Fakten sammeln. Einmal sind wir nach Berlin ins Auswärtige Amt gefahren, um alte Akten einzusehen", erzählt die Sozialpädagogin.

Aufgeteilt in drei Gruppen haben die Schülerinnen und Schüler dann Interviews geführt: mit Flüchtlingen und Vertriebenen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Hilden gekommen sind, mit Arbeitsmigranten aus der Türkei und mit Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion.

Die Ausstellung zeigt den geschichtlichen Hintergrund und Erinnerungsstücke der Menschen. Ein leerer Koffer steht als Symbol für die Vertriebenen und Flüchtlinge, die oft nicht mehr bei sich hatten als das, was sie auf dem Leib trugen. Besucherinnen und Besucher können ein Bild von einem einjährigen Mädchen sehen, das zwar in Deutschland geboren, aber dann in die Türkei zu seinen Großeltern geschickt wurde, damit seine Eltern hier arbeiten konnten.

Bild zum ersten Geburtstag

Zum ersten Geburtstag haben die Großeltern der Mutter dieses Bild geschickt. Oder zwei Teller, die eine nach Sibirien verschleppte Frau dort gekauft hat und bei ihrer Ausreise nach Deutschland in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mitgebracht hat.

In der Mitmachausstellung können Besucherinnen und Besucher in einem Raum ihre persönliche Geschichte des Zuzugs nach Hilden erzählen. Die Frage "Was ist Heimat?" können und sollen alle beantworten.

Die Ausstellung ist in Kooperation des Evangelischen Schulzentrums mit dem Stadtarchiv Hilden und der Arbeiterwohlfahrt entstanden und wird vom Land Nordrhein-Westfalen und von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) unterstützt. Bis Sonntag, 27. Juli, ist die Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden zu sehen.

 

 

 

pas / 29.05.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 23. Mai 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 29. Mai 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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