Simbabwe

Unvorstellbare Gewalt beherrscht das Land

Mit gewalttätigen Übergriffen auf Wähler der Opposition und deren Angehörige werden die Menschen in Simbabwe eingeschüchtert. Der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel hilft Vertriebenen und Opfern mit 5000 Euro.

Eine 76-jährige Frau, der beide Beine gebrochen wurden, weil ihr Sohn Anhänger der Oppositionspartei ist. Ein 20-Jähriger, dessen Familie umgebracht wurde und der nur überlebt hat, weil er geflohen ist. Ein etwa 60-jähriger Mann, der mit der Axt angegriffen wurde, als er jemandem gegen die Angreifer helfen wollte: Die Liste der Opfer ist lang. "Ich habe schon wirklich viel gesehen, aber die Bilder aus Simbabwe sind unvorstellbar", sagt Angelika Zädow. Die Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Meckenheim hat über eine Bekannte Verbindungen zu einem Kollegen in Simbabwe.

Namen will Pfarrerin Zädow nicht nennen, "das ist viel zu gefährlich". Über verschlüsselte Mails und geschmuggelte Disk erhält sie Informationen aus Simbabwe. Und dort explodiert die Gewalt, nachdem Präsident Robert Mugabe die Wahl um das Präsidentenamt verloren hat und nun die Stichwahl, deren Datum immer wieder verschoben wird, gewinnen will.

Mitglieder der Regierungspartei Zanu-PF überfallen und vertreiben Anhänger der Opposition und ihre Familien, brennen Häuser nieder, töten die Tiere. "Da werden Menschen auf offener Straße mit der Axt erschlagen", erzählt Zädow. Wer die Angriffe überlebt, wird in den Krankenhäusern oft nicht behandelt oder geht gar nicht erst dort hin aus Angst, dort wieder auf Mitglieder der Zanu-PF zu treffen.

Kirchen überfallen, Pfarrer unter Hausarrest

Viele flüchten in die Kirchen, und nur diese dürften noch Nahrungsmittel verteilen. Aber auch Kirchen sind schon überfallen worden, berichtet die Pfarrerin. Die Flüchtlinge wurden in Lager abtransportiert. Pfarrer stünden unter Hausarrest. Und ihr Bekannter habe inzwischen eine Warnung bekommen wegen seines Engagements.

"Einige Pfarrer haben sich überkonfessionell zusammengeschlossen, um den Menschen zu helfen." Sie wollen ein Zeltlager aufbauen für fast 1000 Flüchtlinge im Land, die oft nichts mehr besitzen als das, was sie auf dem Leib tragen.

Die Nothilfe kommt an

Dass die Hilfe aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ankommt, ist für Angelika Zädow keine Frage. "Es ist schon Geld angekommen, der Kollege ist glücklich. Das System funktioniert", versichert sie und hofft gemeinsam mit dem Kirchenkreis auf finanzielle Unterstützung von anderen Gemeinden und Privatpersonen. Die 5000 Euro des Kirchenkreises sind für Medikamente, Lebensmittel und Zelte gedacht.

In einer Pressemitteilung bittet Superintendent Dr. Eberhard Kenntner alle Gemeinden des Kirchenkreises, die Menschen in Simbabwe in die gottesdienstlichen Fürbitten aufzunehmen und nach geeigneten Wegen zu suchen, öffentliches Interesse an den Vorgängen in Simbabwe zu wecken. Denn ein Ende des Terrors ist nicht in Sicht.

Spendenkonto: Evangelisches Verwaltungsamt Bonn, KD-Bank Duisburg, BLZ 350 601 90, Konto-Nummer: 577 073 6023, Stichwort “Harare“

 

 

 

Petra Anna Siebert /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 16. Mai 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 16. Mai 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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