Virtueller Trauerraum

Trauernetz nun noch kommunikativer

Trauernetz, der einzige kirchliche virtuelle Trauerraum, ist relauncht. Seit eineinhalb Jahren ist www.trauernetz.de online. Über die Neuigkeiten des Internetprojekts sprach Anna Neumann mit Carmen Berger-Zell und Ralf Peter Reimann

Trauernetz erneuert: Carmen Berger-Zell und Ralf Peter Reimann. Trauernetz erneuert: Carmen Berger-Zell und Ralf Peter Reimann.

Die 37-jährige Theologin Berger-Zell ist Trauernetz-Redakteurin. Ralf Peter Reimann (36), Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), ist Mitherausgeber des Projekts Trauernetz

Was ist die wichtigste Neuerung?

Berger-Zell: Das Forum – aber nicht nur. Wir haben den kommunikativen Teil des Trauernetzes erweitert, damit die Besucherinnen und Besucher miteinander in Kontakt treten und sich austauschen können. Das bisherige Trauerbuch – ein Gästebuch mit Einträgen zum Themenfeld Trauer - reicht nicht mehr aus. Deshalb gibt es nun das Forum, in dem die User untereinander auf Beiträge antworten können.

Reimann: Dazu muss man sagen: Häufig laufen kirchliche Foren im Internet nicht gut. Deshalb waren wir mit einem Gästebuch gestartet. Nun läuft unser Trauerbuch so gut, dass wir zusätzlich das Forum anbieten.

Berger-Zell: Neu im Trauernetz sind ein Mal im Monat Musikbesprechungen. Den Literaturbereich, die umfangreichste Datenbank zum Thema Trauerliteratur im Internet, erweitern wir. Auch den eigentlichen Trauerraum mit den Emotionen erweitern wird. Dort gibt es nun die Möglichkeit, Gebete und Texte unserer User mitaufzunehmen. Etwas ganz Besonderes ist das Weblog, das Tagebuch einer Frau, die ihren Sohn im Alter von 33 Jahren verloren hat. In Trauernetz ist jeden Tag ein neuer Eintrag von ihr nachzulesen.

Wozu ist es gut, so etwas Persönliches wie ein Tagebuch zu lesen?

Berger-Zell: Trauernden hilft es zu lesen, wie andere mit ihrer Trauer umgehen. Sie finden sich darin wieder und sie bekommen das Gefühl, nicht allein zu sein. Außerdem ermöglicht es Trauernden, mit ihren Gefühlen besser umzugehen, vor allem mit ihren Schuldgefühlen. Das gilt allgemein: Texte sind sehr wichtig und sehr hilfreich für die Auseinandersetzung mit ihrem Schmerz.

Warum ist der Sohn so jung gestorben?

Berger-Zell: Er war drogenabhängig und ist an einer Überdosis Heroin gestorben.

Reimann: Entscheidend ist nicht, woran er gestorben ist.

Berger-Zell: Nein. Es geht um den Schicksalsschlag und die Gefühle der Mutter.

Reimann: Wenn Trauernde in Gefühle Anderer hineinschauen, können sie ihre eigenen Gefühle besser zulassen. Das ist der erste Schritt, um durch die Trauer zurück zum Leben zu finden.

Schließlich ist das Layout überarbeitet.

Berger-Zell: Ausgangspunkt war, dass wir www.trauernetz.de für Menschen mit Sehbehinderungen technisch verbessert haben. Und dann haben wir das Design und die Menüführung klarer und einladender gestaltet.

Was bleibt?

Berger-Zell: Die Adress-Sammlung und die Veranstaltungsdatenbank. Ich weiß, dass Trauernde durch die Veranstaltungsdatenbank den Weg zu Trauergruppen gefunden haben. Das heißt: Das Trauernetz ist und bleibt auch ein Informationsmedium – neben den erweiterten kommunikativen Teilen.

 

 

 

14.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 13. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 14. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



© 2018, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.