Sonntagsinitiative

Eine Atempause für alle

"Gott hat den Ruhetag als Wohltat für alle Menschen gestiftet - uns tut es nicht gut, wenn wir diese Atempause verspielen", erklärte die rheinische Vizepräses Petra Bosse-Huber zum Auftakt der neuen Sonntagsinitiative der drei NRW-Landeskirchen.

Das erste Plakat hängt - Präses Buß, Landessuperintendent Dutzmann und Vizepräses Bosse-Huber beim Start der Sonntagsinitiative in Wuppertal Das erste Plakat hängt - Präses Buß, Landessuperintendent Dutzmann und Vizepräses Bosse-Huber beim Start der Sonntagsinitiative in Wuppertal

Die Sonntagsinitiative bietet nicht nur neue Plakate, sondern auch einen neuen Slogan: "Gott sei Dank, es ist Sonntag!" In Wuppertal haben Spitzenvertreter der Rheinischen, der Westfälischen und der Lippischen Kirche ein erstes Plakat enthüllt - und damit die Kampagne in Nordrhein-Westfalen gestartet.

"Wir wollen, dass die allermeisten Menschen in unserem Land auch in Zukunft noch sagen können: Gott sei Dank, es ist Sonntag!", nahm die rheinische Vizepräses den Slogan auf. Der Sonntag sei aber nicht nur für den Gottesdienstbesuch: "Der arbeitsfreie Sonntag ist keine Erfindung der Kirche - und er gehört ihr auch nicht alleine", erklärte Bosse-Huber. "Der arbeitsfreie Sonntag ist Gottes Geschenk an alle Menschen. Der Sonntag ist die von Gott geschenkte Atempause im Alltag", verwies die Theologin auf das biblische Gebot der Sabbat-Heiligung.

Bequemlichkeit auf Kosten anderer

"Der Sonntag wird immer mehr zur ökonomischen Manövriermasse, der Ruhetag als ungenutzte Ressource im Kampf um Wettbewerbsvorteile verstanden", ergänzte der westfälische Präses Alfred Buß. "Aber wer glaubt, durch immer mehr verkaufsoffene Sonntage und immer längere Ladenöffnungszeiten die Kaufkraft zu steigern, der irrt", so Buß weiter. "Ein Kunde, der auch Werktags jeden Euro zweimal umdrehen muss, kann auch Sonntags nicht mehr ausgeben, als er hat."

Außerdem gehe die Bequemlichkeit der einen auf Kosten der anderen, so Buß: "Immer mehr Menschen, vor allem Frauen in unteren Lohngruppen, müssen an Sonntagen arbeiten. Aber wir brauchen die gemeinsame Zeit für Freunde und Familie, wir brauchen Zeiten kollektiver Ruhe - sonst sitzt die Familie beim Adventkaffee und Mutti an der Kasse."

Leben ist mehr als Arbeiten, Kaufen und Besitzen

"Hier steht ein Teil vom Menschsein des Menschen auf dem Spiel", bekräftigte auch Dr. Martin Dutzmann, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche. "Wir erinnern daran, dass Leben mehr ist als Arbeiten, Kaufen und Besitzen." Zwar würde für immer mehr verkaufsoffene Sonntage gekämpft, aber "an dieser Stelle sagen wir: Stopp!", betonte der lippische Landessuperintendent. Wer den Sonntag immer mehr zum Alltag mache, vergäße dabei: "Der Mensch ist mehr und anderes als er sich selbst verdienen und erarbeiten kann; er ist zum Bilde Gottes erschaffen. Der am sechsten Schöpfungstag erschaffene Mensch hat am siebten Tag, also seinem ersten vollen Lebenstag, frei", erläuterte Dutzmann.

"Schöner kann man nicht ausdrücken, dass der Mensch sein Lebensrecht weder sich selbst noch anderen Menschen sondern allein Gott verdankt - und dass folglich kein Mensch ihm dieses Lebensrecht streitig machen darf. An diese fundamentale Dimension des Menschenbildes der christlich-jüdischen Tradition werden wir durch den geschützten Sonntag erinnert."

Appell an Politik

"Es ist keine Naturnotwendigkeit, sondern immer eine politische Entscheidung, ob man am Ende auf den Konsum setzt", betonte Vizepräses Bosse-Huber abschließend. "Mit der Politik sind wir deshalb auch im Gespräch", bekräftigte Dutzmann. "Die nordrhein-westfälische Regelung der Ladenöffnungszeiten ist weiter, als wir sie gerne hätten - wir appellieren und bitten, diesen Rahmen jedoch nur mäßig auszuschöpfen", so Dutzmann weiter.

 

 

Plakate, Tassen, Blocks und mehr

Mit Plakaten für Schaukästen, Tassen, Blocks und einem Ladenöffnungsschild mit dem Slogan "Gott sei Dank, es ist Sonntag" bietet die von der EKD und den Landeskirchen ins Leben gerufene Initiative zahlreiche Möglichkeiten, wie sich Kirchengemeinden, Ämter, Werke und Einrichtungen daran beteiligen können. Zudem gibt es weiterführendes Material - so zum Beispiel Gottesdienst- und Unterrichtsentwürfe - unter www.sonntagsruhe.de.

 

 

 

mai / jpi /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 14. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Samstag, 15. September 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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