3. Europäische Ökumenische Versammlung

Europa

Superintendent Christoph Pistorius

In den Begegnungen mit Politikern wie dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Manuel Barroso, Kommissar Jan Figel, zuständig für allgemeine berufliche Bildung, Kultur und Jugend oder René van der Linden, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, sowie Mitgliedern der rumänischen Regierung sind Erwartungen an die Kirchen formuliert worden,
was Christinnen und Christen zum Beginn des 21. Jahrhunderts im Blick auf die globalen Herausforderungen aber auch im Blick auf die Gestaltung Europas einbringen könnten. Dabei überraschte die Klarheit, mit der sich Politiker in ihrem Handeln auf christliche Wurzeln bezogen.

Die Fortschritte im Zusammenwachsen Europas in Würdigung der Vielfalt sind weitgehend gewürdigt worden, sowie die Verantwortung der Kirchen für ein soziales, solidarisches und nachhaltiges Europa betont worden.

Bezogen auf Artikel 52 im Verfassungsentwurf, wo ein offener, regelmäßiger und nachhaltiger Dialog zwischen Politik und Kirche verankert ist, wurde die Frage angesprochen wie ein solcher Dialog partnerschaftlich gestaltet werden kann. Im Blick auf das bevorstehende Jahr des interkulturellen Dialogs (2008) wurden die Chancen aber auch die Verantwortung der Religionen betont.

Zu den angesprochenen Fragen gehörten die nach einem Wertekonsens, der Ausdehnung nach Osten (ehemalige Sowjetunion) sowie die nach einer notwendigen Bescheidenheit.

Erwartungen, Konsequenzen, Erfahrungen
1. Partizipation für die Teilnehmenden der Versammlung ist noch ausbaufähig.
2. Die Bilanz der Umsetzung von Basel und Graz ist ernüchternd.
3. Die Charta Oecumenica hat noch einen schweren Stand.
4. Es stellt sich die Frage, wie die Begeisterung junger Menschen für Ökumene, die Themen des konziliaren Prozesses und Europa geweckt bzw. erhalten werden kann. Die Arbeitsweise der Versammlung und die ersten Entwürfe des Schlussdokumentes waren dazu kein Beitrag.
5. Die Themen des konziliaren Prozesses drohen gegeneinander ausgespielt zu werden (Klimawandel gegen Frieden).
6. Das Statement der jungen Delegierten, die sich im Juli in St. Moritz trafen, war für mich ein ermutigendes Signal, dass es vielleicht doch möglich ist, die nachfolgende Generation zu erreichen, denn der konziliare Prozess ist doch in die Jahre gekommen.
7. Ich bin dankbar für vielfältige Begegnungen über Kirchen- und Ländergrenzen hinweg und gespannt, wie sich Hermannstadt/Sibiu in unserer Evangelischen Kirche im Rheinland einbringen lässt. Im Blick auf die Medien stelle ich fest, dass fast kein Interesse besteht.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 17. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 4. Oktober 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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