Symposium

Ethische Werte sind unerlässlich

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und Post-Personalvorstand Walter Scheurle haben die Notwendigkeit von Werten bei der Unternehmensführung betont.

Betonten die Werte: Präses Nikolaus Schneider und Personalvorstand Walter Scheurle Betonten die Werte: Präses Nikolaus Schneider und Personalvorstand Walter Scheurle

Führungskräfte dürften sich nicht nur am Umsatz orientieren, sondern müssten auch soziale Kompetenz und Verantwortung zeigen, sagte Scheurle am Dienstagabend in Bonn. An Werten orientiertes Management gehöre zu den Unternehmenszielen und sei kein sogenanntes "Gutmenschentum".

Scheurle zufolge sind für den wirtschaftlichen Erfolg der gute Ruf eines Konzerns und die Identifikation der Mitarbeiter nötig. Nur wer
sich in seiner Firma gut aufgehoben fühle, sei bei seiner Arbeit engagiert. Die Deutsche Post World Net mit 520.000 Mitarbeitern
weltweit habe im Jahr 2003 sieben Konzernwerte festgelegt, sagte dasVorstandsmitglied. Dazu zählten neben dem Streben nach guter Qualität und dem Erfolg der Kunden auch Integrität und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. "Es steht und fällt damit, ob der Vorstand sichtbar hinter diesen Werten steht", sagte Scheurle.

Blick auf die Menschen

Auch Präses Schneider nannte ethische Werte unerlässlich für eine erfolgreiche Unternehmensführung. "Ethik ist die Bedingung
menschendienlichen und dauerhaften Wirtschaftens", sagte der evangelische Theologe. Wirtschaftsentscheidungen müssten mit Blick
auf die Menschen gefällt werden, die davon betroffen sind. Die Kirchen könnten ihren Beitrag leisten, auf nationaler Ebene - und im
Rahmen der Ökumene auf internationaler Ebene - für ethische Werte einzutreten.

Der oberste Repräsentant der zweitgrößten evangelischen Landeskirche in Deutschland kritisierte die hoch spekulativen Hedge Fonds, die für die Zerschlagung von Firmen allein aus Gewinninteresse verantwortlich gemacht werden. "Es gibt diese Heuschrecken, die Eigenkapital aussaugen und dann weiterziehen", sagte Schneider. "Ich finde, hier muss es gesetzliche Möglichkeiten geben, so etwas zu verhindern."

Suche nach Spielregeln

Nach Ansicht von Josef Wieland, Professor für Wirtschaftsethik in Konstanz, müssen Firmen ihre eigenen Werte definieren und umsetzen. Dies sei besonders schwierig für weltweit arbeitende Konzerne. So habe Korruption je nach Region einen anderen Stellenwert, obwohl Bestechung offiziell überall verboten sei. "Wir erleben eine Neustrukturierung der Wirtschaft, die nach moralischen Spielregeln sucht", sagte der Ökonom. Er beklagte, dass Ethik im Studium der Betriebswirtschaftslehre lange keine Rolle gespielt habe.

 

 

 

epd-West / Foto: Max Malsch für DPWN /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 13. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 13. September 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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