Ausstellung

Ich habe einen guten Kampf gekämpft ...

D. Heinrich Held war der erste Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Aus Anlass seines 50. Todestages hat das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland eine Ausstellung über sein facettenreiches Leben und Wirken zusammen gestellt.

Präses Held auf dem Regionalen Kirchentag 1955 in Goch Präses Held auf dem Regionalen Kirchentag 1955 in Goch

Die Ausstellung mit dem Titel „Ich habe einen guten Kampf gekämpft...“, Präses D. Heinrich Held – Ein Leben in Zeitumbrüchen, wird am 19. September 2007 im Foyer des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf eröffnet.

Nach der Begrüßung durch Präses Nikolaus Schneider wird Bischof (em.) Dr. Heinz Joachim Held einige hand- und maschinenschriftliche Dokumente aus der Präseszeit seines Vaters an Dr. Stefan Flesch, Archivdirektor der rheinischen Kirche, übergeben. Vertreterinnen und Vertreter der rheinischen Kirchenleitung und Superintendentinnen und Superintendenten aus den rheinischen Kirchenkreisen werden ebenfalls an der Ausstellungseröffnung teilnehmen.

Pfarrer in Essen, Präses in Düsseldorf

Heinrich Held wurde am 27. September 1897 in Saarbrücken geboren und nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Seine Kriegserlebnisse gaben letztlich den Ausschlag dafür, Theologie zu studieren. 1930 wurde er Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Rüttenscheid. 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, protestierte er gegen die rechtswidrige Einsetzung staatlicher Kommissare in der evangelischen Kirche und wurde umgehend, als erster evangelischer Pfarrer, verhaftet. Er gehörte zu den Initiatoren der Freien Evangelischen Synode im Rheinland und war Mitglied der Barmer Bekenntnissynode. Die „grünen Briefe zur Lage“ wurden in seinem Pfarrhaus gedruckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Essener Superintendent Mitglied der Vorläufigen Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. 1948 wählte ihn die erste Landessynode in Velbert zum Präses.

Heinrich Held starb am 19. September 1957 kurz vor Vollendung seines 60. Geburtstages in Düsseldorf und wurde auf dem Nordfriedhof beerdigt. Das hervorstechende Merkmal seines Lebens, so führte sein Nachfolger im rheinischen Präsesamt, Joachim Beckmann, in seiner Trauerpredigt aus, war Kampf. Im Kirchenkampf ging es ihm um das Evangelium, um die Freiheit der Verkündigung und generell um die Möglichkeit, als Christ im nationalsozialistischen Staat zu bestehen. Während der NS-Zeit versteckte er, zusammen mit Pfarrer Johannes Böttcher und dessen Frau, Jüdinnen und Juden in den Kellergewölben der Essener Reformationskirche – und alle überlebten. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrte ihn im Jahr 2003 posthum mit der Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“.

Hilfswerk und Kirchentag

Im Nachkriegsdeutschland setzte sich Held dafür ein, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Zusammen mit dem Theologen und späteren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier gründete er das Evangelische Hilfswerk und leitete dessen rheinische Sektion. Nicht nur die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen, sondern auch die soziale Integration von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die Kinderspeisung und Hilfen für Internierte waren ihm ein besonderes Anliegen. Doch auch an der Gründung des Deutschen Evangelischen Kirchentages war er maßgeblich beteiligt. Er war Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 1955 knüpfte er Beziehungen zur orthodoxen Kirche Russlands.

Die Ausstellung im Landeskirchenamt umfasst 24 Stehtafeln (75 x 2,25 Zentimeter). Sie gibt in Bild-Textcollagen und anhand von Exponaten Einblicke in Heinrich Helds „guten Kampf“ – vom Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und den Zusammenbruch und schließlich die Ära Adenauer.

Öffnungszeiten ab 20. September

Die Ausstellung im Foyer des Landeskirchenamtes ist während der Dienstzeiten zu besichtigen.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Ab 15. Oktober wird sie im Stadtkirchenverband in Essen zu sehen sein, anschließend ab Mitte November im Kirchenkreis Völklingen.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 10. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 19. September 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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