Ausstellung

Geschickt in schwierigen Zeiten

„Wir sind froh, dass der Herr der Kirche uns in schwierigen Zeiten diesen Menschen geschickt hat.“ Mit diesen Worten würdigte Präses Nikolaus Schneider den heute vor 50 Jahren verstorbenen ersten rheinischen Präses D. Heinrich Held.

Froh über diesen Menschen: Präses Nikolaus Schneider würdigte bei der Austellungseröffnung den ersten rheinischen Präses Heinrich Held. LupeFroh über diesen Menschen: Präses Nikolaus Schneider würdigte bei der Austellungseröffnung den ersten rheinischen Präses Heinrich Held.

Anlass war die Eröffnungsfeier der Ausstellung über das Leben Helds „Ich habe einen guten Kampf gekämpft...“ heute Vormittag im Foyer des Düsseldorfer Landeskirchenamtes. Im Beisein von Mitgliedern der Familie Held äußerte Schneider weiter die Verbundenheit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) mit ihrem ersten Präses und zählte einige Stationen des Lebens Heinrichs Held auf. Wie auch das Motto der Ausstellung „Ich habe einen guten Kampf gekämpft...“ zeigt, betonte Schneider, dass das Leben Helds von „Kampf und Auseinandersetzungen“ geprägt war.

Während der NS-Zeit versteckte er, zusammen mit Pfarrer Johannes Böttcher und dessen Frau, Jüdinnen und Juden in den Kellergewölben der Essener Reformationskirche. Alle überlebten. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrte ihn dafür im Jahr 2003 posthum mit der Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“.

Im Nachkriegsdeutschland setzte sich Held dafür ein, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Zusammen mit dem Theologen und späteren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier gründete er das Evangelische Hilfswerk und leitete dessen rheinische Sektion.

Pfarrer in Essen, Präses in Düsseldorf

Heinrich Held wurde am 27. September 1897 in Saarbrücken geboren. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil. Seine Kriegserlebnisse gaben letztlich den Ausschlag dafür, Theologie zu studieren. 1930 wurde er Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Rüttenscheid. 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, protestierte er gegen die rechtswidrige Einsetzung staatlicher Kommissare in der evangelischen Kirche. Deshalb wurde er umgehend, als erster evangelischer Pfarrer, verhaftet.

Held gehörte zu den Initiatoren der Freien Evangelischen Synode im Rheinland und war Mitglied der Barmer Bekenntnissynode. Die „grünen Briefe zur Lage“ wurden in seinem Pfarrhaus gedruckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Essener Superintendent Mitglied der Vorläufigen Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. 1948 wählte ihn die erste Landessynode in Velbert zum Präses. Heinrich Held starb am 19. September 1957.

Auch an der Gründung des Deutschen Evangelischen Kirchentages war er maßgeblich beteiligt. Er war Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und knüpfte 1955 Beziehungen zur orthodoxen Kirche Russlands.

 

 

Besser verstanden: Heinrich Helds ältester Sohn Dr. Heinz Joachim Held. LupeBesser verstanden: Heinrich Helds ältester Sohn Dr. Heinz Joachim Held.

„Gott möge das Andenken unseres Vaters segnen“

Bei der Eröffnung der Ausstellung war unter anderem der älteste Sohn Heinrich Helds, Dr. Heinz Joachim Held, ebenfalls Theologe und ehemaliger EKD-Auslandsbischof. Er hat die Vorbereitungen der Ausstellung unterstützt und zahlreiche Materialien beigesteuert. „Die ausführliche Beschäftigung mit dem Leben meines Vaters hat mir geholfen, manches besser zu verstehen“, so Heinz Joachim Held über seine Arbeit. „Gott möge das Andenken unseres Vaters segnen.“

Heinz Joachim Held übergab dem Direktor des Archivs der EKiR, Dr. Stefan Flesch, verschiedene wörtliche Abschriften von Predigten und anderen Verlautbarungen sowie ein von ihm verfasstes Manuskript über das Leben seines Vaters.

 

Zur Vernissage am 50. Todestag waren zahlreiche Mitglieder der Familie Held gekommen. LupeZur Vernissage am 50. Todestag waren zahlreiche Mitglieder der Familie Held gekommen.

Die Ausstellung „Ich habe einen guten Kampf gekämpft...“ umfasst 24 Stehtafeln. Sie gibt in Bild-Text-Collagen und anhand von Exponaten Einblicke in Heinrich Helds „guten Kampf“ – vom Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und den Zusammenbruch bis in die Ära Adenauer hinein.

Sie ist im Landeskirchenamt, Hans-Böckler-Straße 7, in Düsseldorf zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 15 Uhr, mittwochs bis 12.30 und freitags bis 13 Uhr, bis einschließlich 10. Oktober.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Ab 15. Oktober wird sie im Evangelischen Stadtkirchenverband Essen zu sehen sein, anschließend ab Mitte November im Kirchenkreis Völklingen.

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 19. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 5. Oktober 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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