Erntedank

Schätzesammeln auf der Erde und im Himmel

Argenthal und Hunsrück sind zwar „nicht von Überfluss gekennzeichnet“. Aber es ist alles vorhanden, was der Mensch zum Leben braucht. Das hat Präses Nikolaus Schneider in seiner Predigt im Erntedank-Gottesdienst in Argenthal gesagt.

Frische Milch zum Erntedank: Präses Nikolaus Schneider in Argenthal mit Landwirt Wilfried Berg. LupeFrische Milch zum Erntedank: Präses Nikolaus Schneider in Argenthal mit Landwirt Wilfried Berg.

 

 

 

Hofbesichtigung: der Präses mit der Bauernfamilie, dem Ortspfarrer und dem Superintendenten. LupeHofbesichtigung: der Präses mit der Bauernfamilie, dem Ortspfarrer und dem Superintendenten.

„Das Land, wo Milch und Honig fließt“ lautete das Motto dieses zentralen Erntedank-Festgottesdienstes der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). In der Chur-Pfalz-Halle in Argenthal, einem Dorf am Rande von Soonwald und Hunsrück, sagte der Präses weiter: Damit alle genug zum Leben haben, sind Maßhalten und Gelassenheit nötig. Neid und Angst, zu kurz zu kommen, müssten überwunden werden.

Präses Schneider bezog sich in seiner Predigt auf den Text aus der Bergpredigt über das Schätzesammeln auf der Erde und im Himmel  (Matthäus 6, 19-34). Unbehagen empfinde er, wenn in der Kirche versucht werde, das Himmlische über das Irdische zu stellen. Beides gehöre zusammen.


 

 

Leben, Lebensmittel, Lebensmittelpreise: Podiumsdiskussion am Nachmittag. LupeLeben, Lebensmittel, Lebensmittelpreise: Podiumsdiskussion am Nachmittag.

Vertrauen auf Gottes Liebe

Die Menschen dürften nicht irdische Schätze sammeln auf Kosten anderer, das führe letztendlich zu Gewalt und Krieg. Und: Es sei möglich, bereits auf der Erde „himmlische Schätze“ zu sammeln. Die Sicherheit, auf die es im Leben ankomme, sei nicht absolute materielle Sicherheit, sondern die Sicherheit, die der Mensch durch sein Vertrauen auf Gottes Liebe und Zuwendung bekomme. „Neben der Beziehung zu Gott sind die wichtigsten himmlischen Schätze die Beziehungen zu anderen Menschen, die uns Leben, Verlässlichkeit und Dauer schenken“, sagte Schneider.

 „Der Glaube schenkt uns die Schätze des Himmels schon hier und hilft uns, das richtige Maß zu finden“, so Schneider. „Wir müssen uns nicht entscheiden zwischen Himmel und Erde, sondern Gott hat sich für uns entschieden und hat den Himmel auf Erden schon anbrechen lassen.“

Heizen mit Weizen?

„Billig wird teuer – Kirche und Landwirtschaft im Gespräch“ lautete das Thema einer Podiumsdiskussion am Nachmittag. Es ging um Milchpreise, Preiserhöhungen und nachwachsende Rohstoffe. „Mit Weizen heizen?“ Das lehnt der Präses nicht grundsätzlich ab. Entscheidend sei aber die Art und Weise, wie man damit umgehe.

Auf keinen Fall dürfe es zu einer „Konkurrenz“ zwischen der Verwendung als Nahrungsmittel und als Energielieferant kommen. Lebensmittel seien „Mittel zum Leben“. Aufgabe der Kirche sei es, die „Achtung vor dem Leben“ als Leitprinzip in der Gesellschaft bewusst zu machen.

 

 

hj/neu/jk / 16.09.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 18. September 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 18. September 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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