Notfallseelsorge

Erste Hilfe für die Seele

Ein schwerer Unfall. Den Verletzten muss geholfen werden. Das bedeutet oft eine große Stresssituation für die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Ökumenische Notfallseelsorge Mittelrhein-Hunsrück-Mosel hilft Menschen in Krisen

Notfallseelsorge - Kirche immer vor Ort Notfallseelsorge - Kirche immer vor Ort

Für Helfer, Angehörige und Unfallbeteiligte, die unter Schock stehen. Oft müssen Angehörige zu Hause benachrichtigt werden. Menschen in kritischen Situationen zu begleiten, ist Aufgabe der Notfallseelsorge.

„Unsere Einsätze sind nicht erfreulich. Aber sie sind ein guter Dienst“, beschreibt Pfarrer Andreas Nehls seine Arbeit als Notfallseelsorger. Der Theologe ist seit über sechs Jahren Synodalbeauftragter für die Notfallseelsorge im evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach. Seit dieser Zeit ist in der Region ein breites Netz an Hilfen und Diensten entstanden, um Menschen in kritischen Situationen seelsorglich zu begleiten.

 

Auch beim Bahnunfall in Brühl waren Notfallseelsorger im Einsatz. Auch beim Bahnunfall in Brühl waren Notfallseelsorger im Einsatz.

Dabei ist die Notfallseelsorge kein neuer, eigener Arbeitsbereich neben der Seelsorge in den Gemeinden, wie Pfarrer Nehls betont. Sie sei vielmehr ein neues Instrument der Seelsorge. Neu sei vor allem die Erreichbarkeit eines Pfarrers, die Fortbildung der Theologen für diesen sehr sensiblen Bereich und der Erfahrungsaustausch der Seelsorger untereinander.

„Die Notfallseelsorge ist erste Hilfe für die Seele in Notfällen und Krisensituationen“, betont Pfarrer Andreas Nehls. Auch für die beteiligten Pfarrer, die von den Rettungsdiensten angefordert werden, stellt der Einsatz oft eine große Belastung dar.

„Erfahrungen aus der Gemeindeseelsorge etwa im Umgang mit Sterben und Tod werden in neue Situationen, oft Extremsituationen übertragen“, beschreibt der Theologe die Arbeit des Notfallseelsorge-Teams. Der Notfallseelsorger vertritt dabei den Ortsgeistlichen, dem nachher berichtet wird. „In diesem Sinn ist die Notfallseelsorge ein Dienst im Namen der Gemeinde, der sich übergemeindlich vollzieht“, meint der Synodalbeauftragte. Notfallseelsorge also nicht als Konkurrenz zur Gemeindearbeit, sondern als kurzfristige Unterstützung und Ergänzung. Und dies unabhängig von der Konfession.

 

Im Notfall auch Seelsorgeeinsatz mit der Polizei Im Notfall auch Seelsorgeeinsatz mit der Polizei

 

Der evangelische Kirchenkreis Simmern-Trarbach war einer der ersten Kirchenkreise in der rheinischen Landeskirche, der die Notfallseelsorge in eine feste Struktur gefasst hat, mit Satzung und Beirat. Besonderheit: hier wird die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich erledigt. Seit einiger Zeit auch in enger Kooperation mit dem Bistum Trier. Die ökumenische Notfallseelsorge Mittelrhein-Hunsrück-Mosel arbeitet in zwei Einsatzgebieten. Sie umfasst damit den Rhein-Hunsrück-Kreis sowie die Verbandsgemeinden Zell und Traben-Trarbach.

In den sieben Jahren seit Bestehen der Notfallseelsorge Hunsrück-Mosel hat sich diese als wichtiger Bestandteil der diakonischen Arbeit der Kirchen bewährt. Sie ist unverzichtbar geworden für die Rettungsdienste. Und sie wird von vielen Menschen dankbar angenommen. Andreas Nehls: „Die Bilanz ist positiv, und wir sind froh, dass es uns gelungen ist, diese Arbeit aufzubauen.“

Dieter Junker

 

09.09.2003

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 8. September 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 8. September 2003. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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