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Eucharistie - beim Katholikentag an Christi Himmelfahrt. Foto: epd Eucharistie - beim Katholikentag an Christi Himmelfahrt. Foto: epd

Ökumene

NRW-Bistümer öffnen Kommunion

Mit Freude reagiert die Evangelische Kirche im Rheinland auf die Öffnung der Eucharistie in Einzelfällen für evangelische Ehefrauen bzw. Ehemänner in katholischen NRW-Bistümern.

Katholische Bistümer in Nordrhein-Westfalen wollen in Einzelfällen evangelische Ehepartnerinnen bzw. Ehepartner zur Kommunion zulassen. In den Bistümern Aachen, Münster und Paderborn sollen konfessionsverbindende Ehepaare im Sinne der jüngst veröffentlichten Orientierungshilfe bei einer gemeinsamen Gewissensentscheidung auch von Geistlichen begleitet werden, wie Erklärungen der Bistümer und eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) ergaben.

Im Ruhrbistum Essen gibt es noch keine offizielle Position zum Umgang mit der Orientierungshilfe. Ein Sprecher sagte dem epd, es habe seit der Veröffentlichung noch keine Gelegenheit gegeben, in den Diözesangremien darüber zu beraten. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck sei aber bekanntermaßen ein Befürworter der Orientierungshilfe.

Veröffentlichung bietet Orientierungsrahmen

Das Erzbistum Köln äußerte sich auf epd-Anfrage zunächst nicht zum Umgang mit dem Papier. Erzbischof Rainer Maria Woelki gehörte zu den sieben Bischöfen, die im März in einem Brief an den Vatikan Bedenken gegen die zuvor von den deutschen katholischen Bischöfen mehrheitlich beschlossene Handreichung angemeldet hatten.

Der Vatikan wies die Handreichung Anfang Juni überraschend zurück. Das Papier wurde daraufhin nicht als offizielle Erklärung der Bischofskonferenz, sondern als Orientierungshilfe des Ständigen Rats der Bischofskonferenz für die einzelnen Bischöfe veröffentlicht.

Der Aachener Bischof Helmut Dieser begrüßt diesen Schritt. Die Veröffentlichung solle Ehepaaren mit unterschiedlicher Konfession Hilfen zu einer eigenen Gewissensentscheidung geben, erklärte er bereits am Freitag. "Ich empfehle sie den Priestern, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern meines Bistums sowie den Ehepaaren und allen Interessierten als Orientierungsrahmen, aus dem sie tiefe geistliche Unterscheidungshilfen gewinnen können."

Unterstützung bei der Entscheidung

Der Sprecher des Bistums Münster, Stephan Kronenburg, sagte dem epd, es gehe um eine Entscheidung, die nicht Bischöfe oder Priester zu treffen hätten. Vielmehr müssten die Eheleute in begründeten Einzelfällen nach ihrem Gewissen entscheiden, ob sie gemeinsam am katholischen Abendmahl teilnehmen. Dabei böten Priester, Diakone und Pastoralreferenten wie bisher gerne Unterstützung an.

"In diesem Sinn verstehen wir die Orientierungshilfe auch im Bistum Münster und laden Menschen gerade in konfessionsverbindenden Ehen ein und ermutigen sie, sich - wie viele das auch bisher schon getan haben - intensiv und vertieft mit der Bedeutung der Eucharistie zu beschäftigen", erklärte Kronenburg.

Auch im Erzbistum Paderborn soll evangelischen Gläubigen mit katholischem Ehepartner oder katholischer Ehepartnerin ein Weg pastoraler Begleitung offenstehen, "auf dem im Einzelfall ein Kommunionempfang möglich werden kann", wie Erzbischof Hans-Josef Becker dem "Westfalen-Blatt" (Samstag) sagte. "Konfessionsverbindende Ehepaare und Familien liegen uns ebenso am Herzen wie die Ökumene."

Ermutigend und für die Familien hilfreich

„Wir freuen uns, dass die römisch-katholische Kirche einen Weg gefunden hat, die Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz zur ausnahmsweisen Zulassung evangelischer Partnerinnen und Partner zur Eucharistie angemessen zu veröffentlichen“, kommentiert Landeskirchenrat Markus Schaefer, stellvertretender Leiter der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Schaefer weiter: „Es ist ermutigend und hilft den konfessionsverbindenden Familien, dass sie in den meisten Bistümern nun umgesetzt wird.“

Nachtrag Bistum Trier

Aus dem Bistum Trier, das sich ja in Teilen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland befindet, ist von seiten der Pressestelle zu hören: Bischof Dr. Stephan Ackermann wird sich mit den diözesanen Gremien und Räten wie beispielsweise dem Pastoralrat und dem Priesterrat oder der Leitungskonferenz über die Orientierungshilfe zu konfessionsverbindenden Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie beraten und seine Einordnung und Konkretisierung für die Pastoral im Bistum Trier im Herbst vorstellen.

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ekir.de / epd, neu / 04.07.2018



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