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'Robbie' kann Memory spielen, tanzen und an Termine. Der humanoide Roboter vom Typ Pepper wurde von Wissenschaftlern der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel programmiert und soll unterstützend in Altenheimen zum Einsatz kommen. Foto epd-bil.de "Robbie" kann Memory spielen, tanzen und an Termine erinnern. Der humanoide Roboter wurde von Wissenschaftlern der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel programmiert, soll unterstützend in Altenheimen zum Einsatz kommen.

Roboter in der Altenpflege

Memory spielen mit "Robbie"

Roboter sollen schon bald unterstützend in Altenheimen zum Einsatz kommen: Die Universität Siegen und die Fachhochschule Kiel programmieren in einem Pilotprojekt humanoide Roboter, die mit Senioren Memory spielen, singen oder Gymnastik machen.

"Robbie" ist 1,20 Meter groß, fährt auf Rollen, hat ein Gesicht und Arme. Er hat Sensoren am Kopf und an den Fingern, kann hören, sehen und sprechen und sogar Gefühle erkennen - zumindest, wenn sie nicht allzu komplex sind. "Bei den Emotionen hakt es manchmal noch ein bisschen", gibt Felix Carros zu.

Der Sozioinformatiker von der Uni Siegen hat dabei geholfen, Robbie zu programmieren. "Er und seine Kollegin Paula sind unsere Prototypen. Aber langfristig sollen sie unterstützend in der Altenpflege tätig sein." Robbies Herz ist eine Art I-Pad: Der Tablet-Computer prangt gut sichtbar auf seiner Roboterbrust und wirkt ein wenig so, als hätte man sie ihm umgehängt.

Kein Ersatz für Pflegepersonal

Aber Robbie ist auch nicht von der Universität Siegen selbst entworfen worden. "Den haben wir so als Rohling eingekauft. Ursprünglich entworfen wurde er, um als Verkaufsassistent in Geschäften aufzutreten und Kunden etwa einen Kaffee anzubieten", sagt Carros. Der "humanoide Roboter vom Typ Pepper", wie er im Fachjargon genannt wird, kann aber eben auch anderweitig eingesetzt werden.

Und genau das tun die Forscher der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel mit ihm. "Robbie wird niemals das Pflegepersonal ersetzen", erläutert Carros. "Aber er kann das Personal unterstützen und ihm die Arbeit erleichtern, indem er die Bewohner eines Altenheims beschäftigt."

Sehr gut angenommen

Robbie fordert etwa dazu auf, mit ihm gemeinsam leichte Gymnastikübungen zu machen oder mit ihm zu tanzen. "Man kann ihm beliebig Lieder programmieren, zu denen er dann gemeinsam mit den Senioren tanzt." So gehören zu seinem Repertoire bereits Songs wie "An der Nordseeküste" und "Du liegst mir im Herzen".

"Das wird auch sehr gut angenommen, die Senioren machen da gerne mit", sagt Carros. Mit Robbie lassen sich auch kognitive Spiele wie ein Quiz oder eine einfache Version von Memory spielen. Dabei muss sich der Heimbewohner merken, auf welcher verdeckten Karte auf Robbies Display etwa ein Vogel oder ein Auto abgebildet ist. Auf die kann er dann entweder tippen oder sie sprachlich benennen.

Robbie als Infodienstleister

Langfristig möchten die Forscher erreichen, dass Robbie und seine Kollegen als Infodienstleiter fungieren: "Er könnte die Heimbewohner etwa darüber informieren, was es heute zu essen gibt oder was für Aktivitäten anstehen." Auch sei es möglich, ihn mit anderen Geräten zu koppeln. "Der Heimbewohner könnte etwa ein Armband tragen, das seinen Wasserhaushalt misst. Ist er dehydriert, könnte Robbie die Daten auswerten und den Heimbewohner zum Trinken auffordern."

Entwickelt wurde Robbies Programmierung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen wurde. Ziel ist die "anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege". Es geht um innovative Lösungen, die dabei helfen sollen, die Herausforderungen des demografischen Wandels und einen Mangel an Pflegepersonal anzugehen. Robbie einzusetzen "können wir uns sehr gut vorstellen", sagt Helene Maqua von der Abteilung Altenhilfe der Caritas im Erzbistum Köln.

Erleichterung im Alltag

"In vielen Einrichtungen der Diakonie wird über den Einsatz digitaler Technik nachgedacht", sagt Heidemarie Rotschopf, Pflege-Expertin beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe. "Denn sie kann Pflegekräfte entlasten, aber auch Bewohnerinnen und Bewohnern den Alltag leichter machen.“ 

Ein ganz neuer Ansatz besteht laut Heidemarie Rotschopf darin, Pflegeroboter bei der Körperpflege einzusetzen. Was zunächst ungewöhnlich klinge, könne ältere Menschen von Scham entlasten, betont sie. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei aber, dass die professionell Pflegenden auf vertrauensvoller Basis zwischen Mensch und Roboter vermitteln.  

Dass jede und jeder mal einen Roboter wie Robbie zur Verfügung haben wird, ist vorerst unrealistisch: Bislang kostet schon der unprogrammierte Rohling 17.000 Euro. "Allerdings würde der Preis bei einer Massenanfertigung natürlich deutlich sinken", meint Felix Carros. Bis dahin ist ein Robbie je Einrichtung natürlich durchaus realistisch.

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ekir.de / epd, sd, neu; Foto: epd-bild.de / Guido Schiefer / 10.08.2018



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