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Feierliche Einweihung der Marktkirche 2006: Berthold Beitz mit seiner Frau Else, dem damaligen Essener Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger (l.) und dem damaligen Präses Nikolaus Schneider. Feierliche Einweihung der Marktkirche 2006: Berthold Beitz mit seiner Frau Else, dem damaligen Essener Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger (l.) und dem damaligen Präses Nikolaus Schneider.

Essen

Außergewöhnlicher Mensch, engagierter evangelischer Christ

Evangelische Kirche und Diakonie in Essen sowie rheinische Kirche trauern um den engagierten evangelischen Christen Berthold Beitz, den mit 99 Jahren verstorbenen Vorsitzenden des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

"Dass Berthold Beitz in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, unter schier unmenschlichen Umständen, den Mut hatte, sich zu widersetzen und seine Menschlichkeit zu beweisen, macht ihn bis heute zum Vorbild für andere", heißt es in einer Erklärung des Kirchenkreises Essen, der um den "außergewöhnlichen Menschen und engagierten evangelischen Christ" Beitz trauert. Vorbildlich sei auch sein bürgerschaftliches Engagement gewesen, "das das Gesicht unserer Stadt bis in die heutigen Tage hinein auf vielfältige Weise und zum Wohle aller mit geprägt hat". Gerade Kirche und Diakonie in Essen hätten Berthold Beitz viel zu danken.

Dies gelte für den Umbau der Marktkirche vor einigen Jahren, den Beitz maßgeblich unterstützte. "Dies gilt vor allem aber auch für jene zahlreichen sozialdiakonischen Projekte für benachteiligte Menschen, die er gefördert hat und die oft nur dank seiner Unterstützung begonnen und erfolgreich abgeschlossen werden konnten." Dabei habe Beitz gerade für junge Menschen, die es schwer haben, eine geeignete Ausbildung und eine gute berufliche Perspektive zu finden, "offene Ohren und ein weites Herz" gezeigt.

Leuchtendes Beispiel

Im Namen der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) erklärt Vizepräses Petra Bosse-Huber, Beitz habe in einzigartiger Weise das Wirtschaftsleben Deutschlands und besonders auch das der Rhein-Ruhr-Gegend von der Nachkriegszeit an geprägt. Neben allen wirtschaftlichen Verdiensten habe die unternehmerische Verantwortung für ihn auch soziale Verantwortung für die Beschäftigten bedeutet. Beitz habe außerdem als großzügiger Förderer in Gesundheitswesen, Sport und Kultur Spuren hinterlassen.

Unvergessen bleibe, dass Beitz als junger Mann gemeinsam mit seiner Frau Else in Galizien unter Einsatz des eigenen Lebens hunderte Jüdinnen und Juden vor der Deportation gerettet hat. Petra Bosse-Huber: „Dieses Handeln unter den unvorstellbaren Repressalien der Nazi-Diktatur bleibt uns als großes Beispiel von Tapferkeit und Menschlichkeit leuchtend vor Augen.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 1. August 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 1. August 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 01.08.2013



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