Duisburg

Adventsgruß vom Schiff aus

Alle Jahre wieder macht sich die „Johann Hinrich Wichern“, das Kirchenboot des evangelischen Binnenschifferdienstes, auf, um im Advent einen musikalischen Gruß aufs Wasser zu bringen.

Adventsgruß: Die Bläser auf der Adventsgruß: Die Bläser auf der "Johann Hinrich Wichern" im Duisburger Innenhafen.

Das Boot fährt bei jedem Wetter. Entsprechend haben sich die Musiker des evangelischen Bläserkreises Duisburg-Nord unter der Leitung von Karl Berger ausgerüstet, die am Nachmittag des ersten Advents neben der Ruhrorter Schifferbörse an Bord gehen. Sie haben dicke Jacken und rutschfeste Schuhe an. Ihre Noten sind wasserfest laminiert, Sturmklammern halten sie sicher an den Ständern.

Die Sozialpädagogin Andrea Kürbis vom Binnenschifferdienst betreut normalerweise die Schiffsjungen auf dem Schulschiff, aber sie hat auch ein Herz für Blechbläser. „Damit das gleich klar ist“, sagt sie energisch und zeigt auf die üppig gedeckte Kaffeetafel im mollig warmen Unterdeck, „ihr esst alles auf, sonst landet das ja doch wieder nur auf meinen Hüften und das will ja keiner“. Nach dem alten Gruß „In Gottes Namen allzeit gute Fahrt“ steuert Schiffsführer Hans Debrassine die Wichern in den Strom. „Heute Nachmittag machen wir den Außenhafen und den Innenhafen“, sagt Kürbis. Vormittags war sie mit einer anderen Bläsergruppe am Leinpfad unterwegs. Am Ende der Adventstörns werden sieben Posaunenchöre gespielt haben.

„Es kommt ein Schiff geladen“

„Hups, da kommt die Schwanentorbrücke, da passen wir doch nicht drunter her.“ Andrea Kürbis eilt die Treppe rauf in den Steuerstand. „Käpt’n“ Hans Debrassine, der 1954 als 14-Jähriger im Hafen anfing, ist ihr einen Schritt voraus. „Ganz ruhig“, sagt er lachend, „die Annika hat den Mast schon längst gelegt.“ Die Abiturientin Annika Siebert macht seit vier Monaten ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Haus der Schiffergemeinde.

Die Bläserinnen und Bläser sammeln sich auf dem Vorschiff. „Es kommt ein Schiff geladen“ schallt vom Innenhafen in die Stadt hinein. „Einen frohen ersten Advent“, ruft Kürbis den Bootsbesitzern in der Marina zu.  Von der Buckelbrücke winken Kinder dem Schiff und tanzen zur Musik. Unter der Schwanentorbrücke klingt „Tochter Zion“ besonders feierlich. Die Wichern passiert die „Nostalgie“ und geht bei einem Küstenmotorschiff längsseits. Jonas ist mit 14 Jahren der jüngste Bläser an Bord. Ihn kann nicht mal seine Zahnspange am Einsatz hindern. ER sagt: „Ich finde die Atmosphäre toll.“

Am zweiten Advent ist das Boot in Essen, am dritten Advent in Krefeld und Walsum. Am vierten Advent erschallen die Posaunen zwischen 10 und 12.30 Uhr wieder in Duisburg-Ruhrort. Vom Ufer aus gut zu sehen und zu hören sind die Posaunenchöre am Leinpfad in Ruhrort am vierten Advent jeweils gegen 12 Uhr und gegen 16 Uhr.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 3. Dezember 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 3. Dezember 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / kirche-duisburg.de, neu / 03.12.2012



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