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Das Bürgergutachten 2020 stellten vor: v.l.:Yazgülü Zeybek (IDPF), Superintendent Heinrich Fucks und Nora Freier (IDPF). Das Bürgergutachten 2020 stellten vor: v.l.:Yazgülü Zeybek (IDPF), Superintendent Heinrich Fucks und Nora Freier (IDPF).

Kirche und Stadt

Bürgerbefragung zur Zukunft der Kirche in Düsseldorf

Klimaschutz, Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit: Der evangelische Kirchenkreis Düsseldorf will 200 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und  Bürger zur Zukunft der Kirche in der Stadt befragen.

Der evangelische Kirchenkreis Düsseldorf befragt mit einem „Bürgergutachten“ Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zur Zukunft der evangelischen Kirche in der NRW-Landeshauptstadt. Das wissenschaftlich begleitete Projekt „Bürgergutachten 2020 – Wie viel Kirche braucht die Stadt“ solle „Antworten und Empfehlungen auf die Frage nach Relevanz und Zuständigkeit von Kirche in der Stadt“ geben, erklärte Superintendent Heinrich Fucks. Das Verfahren ist laut Kirchenkreis bisher bundesweit einmalig.

Befragungen finden an Runden Tischen statt

Das am 13. Februar mit einer Podiumsdiskussion startende Projekt unter der Schirmherrschaft von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, möchte insgesamt 200 zufällig ausgesuchte Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit und ohne Bezüge zur evangelischen Kirche nach ihren Wünschen und Meinungen befragen. Dafür gibt es nach Angaben der Politikwissenschaftlerin Yazgülü Zeybek vom Institut für Demografie- und Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal Runde Tische mit jeweils 25 Bürgerinnen und Bürgern.

Diese sollen bis in den August hinein jeweils als „Planungszelle“ vier Tage lang über jeweils acht Stunden Stellung nehmen zu Fragen der Kirche in der Stadt sowie zu übergeordneten Fragen wie etwa Klimaschutz, Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit im Zusammenhang mit Kirche. Rein kirchenbezogene Themen dieser Planungszellen können laut Fucks unter anderem Fragen zu den Themen Sonntag, Spiritualität, Sinngebung oder Kirchengebäude sein.

Ein Zwischenbericht ist am 5. Juni geplant

Hier gebe es aber für die einzelnen Runden Tische keinerlei Vorgaben, sagte der Superintendent. Um die gesuchten 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Bürgergutachten zu finden, werden insgesamt 2.000 bis 3.000 Menschen in Düsseldorf nach dem Zufallsprinzip angeschrieben. Davon sollen 100 Personen ab dem Frühjahr, 100 weitere ab August in den Planungszellen zusammenkommen. Am 5. Juni werde es zunächst einen Zwischenbericht geben.

Der Aufruf richte sich an Menschen ab dem 14. Lebensjahr. Berufstätige Teilnehmende an den Runden Tischen sollen für ihre Mitwirkung Bildungsurlaub beantragen können. Zudem werde es für die vier Tage der einzelnen Planungszellen auch eine Aufwandsentschädigung geben, hieß es.

Das Bürgergutachten kostet insgesamt 200.000 Euro

Bei den einzelnen Runden Tischen werden auch Expertinnen und Experten etwa aus der Jugendarbeit, der Sozialarbeit, der örtlichen Kultur oder Bildung in Vorträgen zu Wort kommen. Die evangelische Kirche lässt sich das Bürgergutachten insgesamt 200.000 Euro kosten, sagte Fucks. Ein Teil des Geldes werde aus Spenden und Zuschüssen kommen, ein anderer aus Innovationsmitteln des Kirchenkreises.

Der Superintendent betonte, die Kirche setze darauf, auf diese Weise intensiver und direkter in Kontakt zu kirchenfernen aber auch zu kirchennahen Menschen in der Stadt zu kommen. „Die Art der Bindung der Kirchenmitglieder ändert sich und mit ihr die Möglichkeiten, mit den Mitgliedern in Kontakt zu kommen und zu bleiben,“ betonte Fucks.

Der Superintendent erhofft sich mit dem am Ende vorliegenden Bürgergutachten für Kirche und Stadt „eine aktivierende Wirkung“. Zudem setze er auf eine verstärkte Wahrnehmung von Kirche in der Kommune und letztlich auch auf Antworten zur Frage nach der Relevanz und Zuständigkeit der evangelischen Kirche in einer Stadt.

 

Einladung zum Kick-off

Die Auftaktveranstaltung zum Bürgergutachten findet am Donnerstag, 13. Februar 2020, 19 Uhr, im Rathaus Düsseldorf (Plenarsaal) statt. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch Superintendent Heinrich Fucks, und Oberbürgermeister Thomas Geisel, wird das Verfahren des Bürgergutachtens durch Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, Institut für Partizipations- und Demokratieforschung, Bergische

Bei der anschließenden Diskussion heißt die Kernfrage „Wieviel Kirche braucht die Stadt?“ Den Fragen nach Zukunft, Entwicklung und Zusammenarbeit von Stadt und Kirche gehen folgende Podiumsgäste auf den Grund:

• Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
• Hanna Jokobs, Pfarrerin und Leiterin des „raumschiff.ruhr“ in Essen
• Dirk Sauerborn, Polizeihauptkommissar und Vorsitzender von „Lobby für Demokratie“ in Düsseldorf
• Maria Fischer, Vorsitzende des BKU, Bund Katholischer Unternehmer, Düsseldorf
• Jonas Einck, Vorsitzender der Evangelischen Jugend Düsseldorf

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ekir.de / epd, Foto: evdus / 07.02.2020



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