EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr
Mit rheinischer Beteiligung

Gedenken an chinesischen Friedensnobelpreisträger

"Wachet und betet" - so ist ein Gedenkgottesdienst in Berlin überschrieben, der ganz wesentlich aus dem Rheinland gestaltet werden wird. Er gilt dem chinesischen Schriftsteller Liu Xiaobo (1955-2017), dessen Witwe mitten in die letzten Gottesdienstvorbereitungen hinein aus fast achtjährigem Hausarrest entlassen wurde.

"Uns sprang allen das Herz, dass Liu Xia freigekommen ist", erzählt Roland Kühne, Berufsschulpfarrer in Kempen am Niederrhein. Er wird den Solidaritäts- und Gedenkgottesdienst in der Berliner Gethsemanekirche am Freitag, 13. Juli, 18 Uhr, leiten. Eine Schülerin wird das Lied "Donna Donna" von Joan Baez singen.

Prominenz mit dabei: Liedermacher Wolf Biermann und Schriftstellerin Herta Müller werden bei dem Solidaritäts- und Gedenkgottesdienst für den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erwartet. Mit dem Gottesdienst soll an den im Juli 2017 gestorbenen chinesischen Menschenrechtler erinnert werden.

Die Witwe des Friedensnobelpreisträgers, Liu Xia, war am Dienstag in Berlin eingetroffen, nachdem die chinesischen Behörden sie zuvor aus einem fast achtjährigen Hausarrest entlassen hatten. Ob die 57-jährige Dichterin und Fotografin an dem Gottesdienst selbst teilnehmen wird, war am Donnerstag noch unklar. Ihre Freilassung erfolgte zum Abschluss deutsch-chinesischer Regierungskonsultationen in Berlin.

Für demokratische Reformen eingesetzt

Liu Xiaobo war am 13. Juli 2017 mit 61 Jahren an Krebs gestorben. Er war 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich für demokratische Reformen eingesetzt hatte. 2010 erhielt er den Friedensnobelpreis, den er nicht entgegennehmen konnte. Die Auszeichnung war für die chinesische Führung Anlass, seine Frau Liu Xia ohne Anklage unter Hausarrest zu stellen und permanent zu überwachen.

Neben Biermann und Müller werden am Freitagabend auch die taiwanesische Autorin und Vorsitzende des PEN Centers in Taipei, Tienchi Martin-Liao, und der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu erwartet. Wolf Biermann werde sein Lied "Gedenken an Jürgen Fuchs" singen. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller werde Gedichte von Liu Xiaobo vortragen, die sie aus dem Englischen übersetzt hat, hieß es weiter.

Christen geben die Hoffnung nicht auf

Pfarrer Kühne und die Schüler des Rhein-Maas-Berufskollegs Kempen haben sich in den vergangenen Jahren jährlich am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte und der Verleihung des Friedensnobelpreises, an Demos vor der chinesischen Botschaft in Berlin beteiligt.

Bei aller Freude über Liu Xias Freilassung "wissen wir aber auch, wie viele noch in Gefängnissen sind", so Pfarrer Kühne. "Gerade als Christen müssen wir dranbleiben, unsere Stimme gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu erheben". Zugleich hält er fest: "Wir Christen geben die Hoffnung nicht auf."

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / neu, epd / 12.07.2018



© 2018, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.