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Sie freuen sich über ihren neugestalteten Gottesdienstraum (Von links): Friedrich von Bülow, Swantje Eibach-Danzeglocke, Joel Masson, Jonathan Merklein, Philipp Hoffmann, Kathi Baum, Uwe Appold Sie freuen sich über ihren neugestalteten Gottesdienstraum (Von links): Friedrich von Bülow, Swantje Eibach-Danzeglocke, Joel Masson, Jonathan Merklein, Philipp Hoffmann, Kathi Baum, Uwe Appold

Kunstprojekt

„Ein Raum braucht Inhalte und keine Dekoration“

In der Evangelischen Studierendengemeinde Aachen haben Studentinnen und Studenten gemeinsam mit dem Künstler Uwe Appold ihren Multifunktionsraum umgestaltet. Nun schmückt den ehemals nüchternen Raum ein farbenfrohes Triptychon, der ihm eine gottesdienstliche Atmosphäre verleiht.

Wer zum Gottesdienst ins Haus der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Aachen kommt und den Andachtsraum betritt, blickt als erstes auf ein strahlend buntes Triptychon, das vor der hellen Fensterfront steht. Durch dieses wirkt der Raum fröhlich und festlich zugleich – genauso haben es sich die Studierenden erhofft. Zusammen mit dem Künstler Uwe Appold haben sie den ehemals kargen Multifunktionsraum umgestaltet.

Künstler und Studierende gestalten zusammen

Vor zehn Jahren hatte der Bildhauer und Maler aus Flensburg schon den Raum der Stille mit Studierenden gestaltet. Seitdem sei der Wunsch gewachsen, auch den Raum, in dem die Gottesdienste gefeiert werden, zu verändern, erklärt ESG-Pfarrerin Swantje Eibach-Danzeglocke. Dass die Studierenden dabei entscheidend mitwirken, war für sie selbstverständlich: „Immer wenn es darum geht, Gemeindeleben zu gestalten, arbeiten wir mit den Studierenden zusammen. Auch bei der Gestaltung des Gottesdienstraums haben wir da keine Ausnahme gemacht“, sagt sie. „Und ich bin froh, dass uns das gelungen ist.“

Unsere Ideen wurden ernst genommen

Die Studentinnen und Studenten hatten genaue Vorstellungen wie der Raum wirken soll. „Zu allererst sollte der Raum festlich und fröhlich wirken,“ sagte Student  Philipp Hoffmann. „Das kommt auch durch die  Farben zur Geltung. Es wurden extra keine dunklen Farben verwendet.“   Studentin Kathi Baum ergänzt: „Ich fand es toll, dass unsere Ideen ernst genommen wurden und dass damit weiter gearbeitet wurde.“

Für den Künstler Uwe Appold war die Zusammenarbeit mit den Studentinnen und Studenten etwas Besonderes: „Es ging in den Gesprächen mit ihnen nicht nur um Gestaltung, sondern auch um Glaubens- und Sinnfragen. Ein Raum braucht Inhalte und keine Dekoration,“ sagt er. „Den Studierenden behilflich zu sein, dass das was gesucht wird auch gefunden wird, ist eine sehr beglückende Aufgabe.“

Das Triptychon wird für die Gottesdienste ausgeklappt

Kernstück der Umgestaltung ist das Triptychon, es gibt dem Raum seinen gottesdienstlichen Charakter. Das dreigeteilte Gemälde wird für die Gottesdienste ausgeklappt und überspannt die drei mittleren Fenster im Raum. Auf farbigen Flächen sind acht kleine Bilder aufgesetzt, von denen sechs die Ich- bin-Worte aus dem Johannes-Evangelium repräsentieren. Im Zentrum des Triptychons steht ein leuchtend helles Kreuz,  das daran erinnert, dass Jesus selbst das Licht ist: „Ich bin das Licht der Welt“ heißt es im Kapitel 8, Vers 12.

Das Farbkonzept bezieht sich auf die christliche Farbsymbolik: Gelb steht für Licht, Orange für Freude, Rot für Liebe und Martyrium, Rotviolett für seelische Reife, Violett für Buße und Veränderung, Blauviolett für Würde, Grün für Hoffnung, Gold für Gott und Silber für Christus.

Gottesdienstraum mit Präses Rekowski eingeweiht

Feierlich eingeweiht wurde der neugestaltete Gottesdienstraum im Semestereröffnungsgottesdienst. Dazu kam Präses Manfred Rekowski als Prediger nach Aachen. Auch auf ihn hat der Raum seine Wirkung entfaltet: „Der Raum ist dank des neuen Triptychons farbenfroh. Durch die einzelnen Motive der Ich-bin-Worte, wirkt er sehr meditativ und konzentriert, aber andererseits hat das auch etwas Lebendiges. Für mich gehört beides zu einem Gottesdienst: das Meditative und Lebendige. In dem außerordentlich kreativen und vitalen vollbesetzten Semestergottesdienst entfaltete das beeindruckende Kunstwerk seine Wirkung. Es ist auch eine wortlose und ausdrucksstarke Predigt.“

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ekir.de / Sophie Dönertas, Foto: Andreas Schmitter / 18.10.2019



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