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„Fridays for Future”: Anfang März demonstrierten tausende Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz. Mittendrin: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. „Fridays for Future”: Anfang März demonstrierten tausende Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz. Mittendrin: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Fridays for Future

"Wir sind die Leidtragenden der Klimapolitik"

Wenn am heutigen Freitag weltweit Schülerinnen und Schüler auf die Straße statt in die Klasse gehen, sind auch Jugendliche des Martin-Butzer-Gymnasiums in Dierdorf dabei. Für sie ist der „Fridays for Future“ der Protest einer betroffenen Generation für eine klimagerechte Zukunft.

Das Martin-Butzer-Gymnasium im rheinland-pfälzischen Dierdorf ist eines der zehn Schulen in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland. Wenn am heutigen 15. März Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit der 16-jährigen Klima-Aktivistin Greta Thunberg folgen und für eine lebenswerte Zukunft auf ihrem Planeten protestieren, dann sind auch mindestens 100 junge Menschen des Butzer-Gymnasiums dabei.

„Unser Motiv ist der Protest gegen eine Klimapolitik, die auf Kosten künftiger Generationen geht“, sagt Schülersprecherin Hannah Scholz. „Wir sind die Leidtragenden einer Klimapolitik, die weder einen früheren Kohleausstieg noch eine Verkehrswende schafft.“

In ihrem Protest sind sie nicht allein. „Das Schulkollegium unterstützt die Aktion, wir Lehrerinnen und Lehrer stehen voll dahinter“, sagt Dr. Klaus Winkler, der Leiter des Dierdorfer Gymnasiums. Wer an den Aktionen des „Fridays for Future“ teilnimmt, wird vom Unterricht freigestellt.

Schülersprecherin Lara Botte erläutert, wie das für den heutigen weltweiten Protest-Freitag abgelaufen ist: „Es ist eine Liste rundgegangen, in die sich Schülerinnen und Schüler eintragen konnten und die dann vom Unterricht beurlaubt werden. 100 Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe und der 10. Klassen standen am Mittwoch auf der Liste.“

Heute werden es noch mehr sein, denn der Kreis um die Schülersprecher Simon Dickopf, Lara Botte und Hannah Scholz haben noch einmal für die Teilnahme geworben. „Uns hat in der Vorbereitung noch ein ganz anderes Problem beschäftigt", sagt Lara Botte: „Wie kommen wir aus Dierdorf nach Bonn und Koblenz, wo die großen Demos stattfinden?“

Rückhalt finden Schulleitung, Lehrerschaft und Schülerinnen und Schüler im Landeskirchenamt: „Ich unterstütze die Aktion. Mit ihren Protesten in der Unterrichtszeit beschreiten die Schülerinnen und Schüler natürlich einen Grenzbereich, aber erst so bekommen sie die nötige Aufmerksamkeit. Es ist ein Zeichen ihrer Mündigkeit“, sagt Otmar Scholl, Leitender Dezernent für Schulen und Internate im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er war selbst Schulleiter, bevor er ins Landeskirchenamt wechselte.

Dass sich die Jugend in dieser Weise einmischt, ist für Oberkirchenrätin Henrike Tetz ein gutes Zeichen. "Bei der Jugendsynode Anfang Januar haben wir in der Evangelischen Kirche im Rheinland darüber beraten, wie eine intensivere Beteiligung junger Menschen an kirchlichen und gesellschaftlichen Diskursen möglich wird. Dabei wurde klar, wie wichtig das Demokratielernen an Schulen ist“, sagt die Leiterin der Bildungsabteilung im Landeskirchenamt. „Mit den Schulstreiks haben Schülerinnen und Schüler einen wirkungsvollen Weg gefunden, sich politisch Gehör und Einfluss in einer absolut entscheidenden Zukunftsfrage zu verschaffen. Das finde ich beeindruckend und großartig. Und es zeigt auch: Demokratie zu lernen bedeutet Demokratie zu gestalten."

 

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ekir.de / Wolfgang Beiderwieden, Foto: epd-Bild/ Patrick Piel / 14.03.2019



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