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Bibel, Kerze und eine Liturgie - mehr braucht es nicht zum Hausgottesdienst. Bibel, Kerze und eine Liturgie - mehr braucht es nicht zum Hausgottesdienst.

Gemeinde leben in Zeiten von Corona

Hausgottesdienst mit Kerze und Liturgie um Glockenschlag zehn

Um dieser Tage als Gemeinde in Kontakt miteinander zu bleiben und den seelischen Beistand aufrecht zu erhalten, ist Kreativität gefragt. Pfarrer Josef Jirasek von der Evangelischen Kirchengemeinde Brebach-Fechingen-Bliesransbach im Saarland hat bereits an ein paar Stellschrauben gedreht.

In einem Brief an seine Gemeinde ruft Pfarrer Josef Jirasek zu erhöhter Vorsicht auf und weist darauf hin, dass in der Corona-Krise Gruppentreffen wie der Sing- und Bibelkreis vorerst genauso ausfallen müssen wie die Gottesdienste. Auch wenn die Reaktionen darauf bisher durchweg verständnisvoll gewesen seien, weiß Jirasek, dass all das eine schwere Prüfung für das Gemeindeleben ist. „Umso wichtiger ist es, andere Angebote zu schaffen“, betont der 61-Jährige.

Volles E-Mail-Postfach, viele Telefonate und Hausgottesdienste

Jirasek hat schon an ein paar Stellschrauben gedreht. Dieser Tage ist er nach eigenen Worten vor allem damit beschäftigt, E-Mails zu schreiben und Telefongespräche zu führen. „Ich suche den Kontakt mit Gemeindemitgliedern, von denen ich weiß, dass sie Beistand brauchen.“ Denn gerade in Krisenzeiten wie diesen sei es wichtig, Gemeinschaft zu leben – auch im Gebet. Deshalb hat sich Jirasek eine Alternative zum Gottesdienst einfallen lassen: „Sonntags um zehn läuten wir die Glocken der Kirchen Brebach, Fechingen und Bliesransbach und laden zum häuslichen Gottesdienst ein.“ Wer teilnehmen möchte, brauche lediglich eine Kerze sowie eine Liturgie. „Die lege ich in den Geschäften aus“, erzählt Jirasek. Außerdem kann sie per E-Mail an brebach-fechingen@ekir.de angefordert werden, und unter www.ev-brebach-fechingen.de steht sie zum Download bereit.

Sitzungen und Konfirmandenunterricht im virtuellen Raum

Jirasek sieht in der Krise die Chance, Neues auszuprobieren: „Wir können uns jetzt die digitalen Möglichkeiten zu Nutze machen, die verliert man sonst gern aus dem Blick.“ Für seine Gemeinde hat er vor allem ein Auge auf die Video-Konferenz-Software „Meetme geworfen, die die rheinische Kirche zur Verfügung stellt. „Am Donnerstag wollen wir unsere Presbyteriumssitzung darüber abhalten.“ Und auch der Konfirmandenunterricht solle in den virtuellen Raum verlegt werden. Würden damit gute Erfahrungen gemacht, seien Video-Telefonate durchaus auch eine Option für die Seelsorge.

Ohnehin könne das ein oder andere nun Getestete künftig eine stärkere Rolle spielen. „Ich fände es beispielsweise schön, wenn der häusliche Gottesdienst einen festen Platz findet. So sind wir immer mit Gemeindemitgliedern verbunden, die nicht persönlich dabei sein können.“

 

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ekir.de / Andreas Attinger / 17.03.2020



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