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: Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider freut sich über das Porträt Katharina von Boras, das ihr Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann  überreichte. Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider freut sich über das Porträt Katharina von Boras, das ihr Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann überreichte.

Ein besonderes Geschenk

„Herr Käthe“ hängt jetzt bei Frau Cornelia

Was haben die saarländische Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider und Luthers Ehefrau Katharina von Bora gemeinsam? Auf den ersten Blick nur das Geschlecht. Auf den zweiten Blick haben sich beide in der männerdominierten Wirtschaft Respekt erarbeitet. Deshalb passt Boras Porträt gut ins Büro der Saarländerin.

Den Stein ins Rollen brachte Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann. Der Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland bemerkte bei einem Besuch bei der Sparkassenpräsidentin und ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten, dass sie ein Foto von Papst Franziskus in ihrem Büro aufgehängt hat. Hoffmann-Bethscheider ist schließlich überzeugte Katholikin, nahm sogar als berufenes Mitglied aus der Politik an der Synode des Bistums Trier teil, die von 2013 bis 2016 Empfehlungen für die Zukunft von Deutschlands ältestem Bistum erarbeitete.

Für den konfessionellen Proporz

Protestant Hofmann schlug gewitzt vor, der Sparkassenpräsidentin auch ein Porträt einer besonderen evangelischen Persönlichkeit zu schenken - „um den konfessionellen Proporz zu wahren“, wie er verschmitzt anmerkte. Seine Wahl fiel auf die Lutherin. Denn, so begründet er seine Entscheidung, Katharina von Bora (1499 bis 1552) war es, die dafür sorgte, dass der Haushalt des großen Reformators Luther in Wittenberg florierte. „Gutes Wirtschaften war nicht Martin Luthers Stärke. Nach seiner Heirat mit der ehemaligen Nonne am 13. Juni 1525 überließ er ihr jegliche Gelddinge in seinem Haushalt“, erläutert Hofmann. Mit gutem Grund könne man sagen, dass Bora, die Luther aufgrund ihrer Durchsetzungsfähigkeit respektvoll „Herr Käthe“ nannte, ihm Familie und Existenzgrundlagen zusammenhielt.

Zwei Pionierinnen in der Männerdomäne Finanzwirtschaft

 Katharina war also eine Pionierin, die sich zu ihrer Zeit in einer Männerdomäne behauptete und großen Respekt erarbeitete. Hier zeigt sich eine Parallele zur saarländischen Sparkassenpräsidentin, einer Frau, so Hofmann, „deren Profession das treuhänderische Verwalten und solides, transparentes Vermehren von Geld ist“. Auch Hofmann-Bethscheider arbeitet in der auch heute noch weitgehend von Männern beherrschten Finanzbranche. Als die Juristin 2015 ihr Amt als Präsidentin des Sparkassenverbands Saar antrat, war sie nach der Rheinland-Pfälzerin Beate Läsch-Weber erst die zweite Frau an der Spitze eines regionalen Sparkassenverbands. Seit 2017 werden drei der zwölf regionalen Sparkassenverbände von Frauen geführt.

 Bei Luthers gab’s auch Streit ums Geld

„Auch Katharina Luther hat einen mittelständischen Betrieb geführt“, sagt Kirchenrat Hofmann. Im Hause Luther habe es immer viele Gäste und Studenten gegeben, die seinen berühmten Tischreden lauschten. Bis zu 50 Personen waren regelmäßig zu versorgen, wobei ungefähr zehn Bedienstete halfen. Katharina habe unter anderem selbst Bier gebraut mit Hopfen aus dem eigenen Anbau. Damit bewirtete sie die Gäste und verkaufte den Überschuss. Aus historischen Quellen ist belegt, dass sie ab und an mit ihrem Martinus heftig stritt, wenn er ihrer Ansicht nach zu nachlässig mit Geld umging.

 Reformatoren neben zwei Päpsten

Seit Anfang August hängt nun ein Bild Katharina von Boras nach dem berühmten Gemälde von Lucas Cranach in Cornelia Hoffmann-Bethscheiders Büro in Saarbrücken. „Dass Boras Bildnis nun neben dem des Papstes hängt, zeigt auch einen Teil des Credos der Sparkassenpräsidentin: Glaubwürdiges Leben in der Nachfolge Jesu, ökumenische Orientierung und ökologisch nachhaltiges, verantwortliches Wirtschaften gehören zusammen“, resümiert Kirchenrat Hofmann. Der hat übrigens auch schon Oskar Lafontaine, den Vorsitzenden der Linksfraktion im saarländischen Landtag, mit einem Porträt beglückt. Für den ökumenischen Proporz sorgt in dessen Abgeordnetenbüro ein Bild von Martin Luther höchstselbst – gleich neben dem Foto des früheren Papstes Joseph Ratzinger.

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ekir.de / Frida Saar, Foto: Sparkassenverband Saar / 04.09.2019



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