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In der biblischen Überlieferung hat die Himmelfahrt keine zentrale Bedeutung. Sie ist ein Sinnbild, dass Jesus nicht mehr unter uns Menschen auf Erden weilt. In der biblischen Überlieferung hat die Himmelfahrt keine zentrale Bedeutung. Sie ist ein Sinnbild, dass Jesus nicht mehr unter uns Menschen auf Erden weilt.

Himmelfahrt

Himmelfahrt ist Vatertag

„Ist es schlimm, wenn ich mich am Vatertag mit einer Freundin verabrede?“, fragt die Tochter. Der Feiertag zu Himmelfahrt ist als Vatertag bei vielen im Bewusstsein, seine ursprüngliche Bedeutung erschließt sich oft nicht mehr.

Aber auch in der biblischen Überlieferung ist Himmelfahrt kein zentrales Ereignis. Mit Ostern schließen drei von vier Evangelien ihren Bericht vom Leben und Wirken Jesu. Die Auferstehung ist das Schlusskapitel der Evangelien und der Schlüssel zur Deutung der Lebensgeschichte Jesu.

Nur Lukas berichtet von der Himmelfahrt Jesu: »und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel« in seinem Evangelium (Lukas 24,51) und auch noch in der Apostelgeschichte. Die Himmelfahrt erwähnt sonst nur noch das Markus-Evangelium in einem später hinzugefügtem Schlusskapitel.

Selbst Lukas schildert die Himmelfahrt Jesu nur am Rande, zentral ist sie bei ihm nicht. Viel mehr Platz nimmt bei ihm die Pfingstgeschichte ein, die Ausgießung von Gottes Geist auf die versammelte urchristliche Gemeinde. Himmelfahrt ist – ohne es abwertend zu meinen – eine Durchgangsstation von Ostern zu Pfingsten.

Die Ostergeschichten im Neuen Testament sagen aus, dass Jesus nicht im Tode geblieben ist, sondern lebt. Sie betonen, dass der Gekreuzigte derselbe ist wie der Auferstandene. Ausdruck dieser Identität sind die Wundmale der Kreuzigung auch am Leib nach der Auferstehung. Auch wenn dieser Körper nach der Auferstehung ein anderer ist, so ist Jesus doch derselbe. Er begegnet nach seiner Auferstehung verschiedenen Menschen – bis zu seiner Himmelfahrt. Sie ist das Ende dieser Begegnungen.

Himmelfahrt ist Jesu Rückkehr zu Gott, seinem Vater

Die Himmelfahrt ist Sinnbild dafür, dass Jesus nicht mehr unter uns Menschen auf der Erden weilt. Im späteren Schluss des Markus-Evangeliums heißt es in bildhafter Sprache, »er setzte sich zur Rechten Gottes« (Markus 16,19). Himmelfahrt ist Jesu Rückkehr zu Gott, seinem Vater.

Himmelfahrt ist die Erklärung dafür, dass Jesus nicht mehr in körperlicher Gestalt bei seinen Jüngern ist. Matthäus und Markus bemühen diese Deutung nicht, sondern beschließen ihr Evangelium mit Sendungsworten – sie stellen ein Vermächtnis und Auftrag dar, Jesu Botschaft in die Welt zu tragen.

Ab da ist Jesus weiterhin bei seinen Jüngern, aber mit seinem Geist, für den es im Neuen Testament verschiedene Namen gibt, wie Tröster oder Beistand – oder »Heiliger Geist«, wie es im Glaubensbekenntnis heißt. Mit diesem Geist, mit Jesu Geist, mit dem Heiligen Geist, - so glauben es Christinnen und Christen – ist Jesus auch heute noch unter ihnen.

Im Geist, nicht leibhaftig ist Jesus heute gegenwärtig. Dieser Geist ermöglicht es Christinnen und Christen, Gott Vater zu nennen, weil Gott auch der Vater Jesu Christi ist. Bildhaft kommt dieser Geist Jesu beim ersten Pfingstfest zur urchristlichen Gemeinde. Entscheidend ist, dass Jesus bei Gott ist, den alle Menschen durch Jesus Christus auch Vater nennen können. So verstanden ist Himmelfahrt Vatertag – auch und gerade für Christen.

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ekir.de / Ralf Peter Reimann / 09.05.2018



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