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Ein großer Stahlbogen markiert den Eingang zum Glaubensgarten. Im Bergbau wurden damit Tunnel abgestützt. Ein großer Stahlbogen markiert den Eingang zum Glaubensgarten. Im Bergbau wurden damit Tunnel abgestützt.

Landesgartenschau

Ein Garten der Religionen

Auf dem Gelände der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort haben Christen und Muslime der Stadt gemeinsam den Glaubensgarten Eden geschaffen. Das gute Miteinander der Religionen hat in der ehemaligen Bergbaustadt Tradition.

„Eden – Glaubensgarten der Religionen“  steht in geschwungener Schrift auf dem Schild über dem Eingang. Dahinter erststreckt sich auf  850 Quadratmetern ein großzügig angelegter Garten, den die christlichen und muslimischen Religionsgemeinschaften der Stadt gemeinsam geschaffen haben. Darin vereint sind  Elemente aus Christentum, Islam und Judentum: In den Hochbeeten blühen Pflanzen wie Lavendel und Lilien, die die Religionen aus ihren heiligen Schriften kennen, aus einem Quellstein fließt Wasser – ein Symbol für Leben in allen drei Religionen. 

Reden, beten oder einfach nur zur Ruhe kommen

In der Mitte des Gartens befinden sich ein Olivenbaum  und Metallstelen mit Zitaten aus Bibel, Thora und Koran. Drei  Eckbereiche des Gartens sind mit Sitzsteinen gestaltet. Besucherinnen und Besucher haben hier die Möglichkeit, miteinander zu reden, zu beten oder einfach einen Moment zur Ruhe zu kommen.  Der vierte Eckbereich ist ein überdachter Versammlungsort für Gebetszeiten und Veranstaltungen.  

Feuerlilien, Lavendel und andere Pflanzen aus biblischen Zeiten sind den Hochbeeten gepflanzt. Feuerlilien, Lavendel und andere Pflanzen aus biblischen Zeiten sind den Hochbeeten gepflanzt.

Unter Tage wurde nicht nach Herkunft und Religion unterschieden

Den Eingang zum Garten markiert ein großer Bogen aus Stahl. Er stammt aus dem Bergbau. Mit solchen Stahlkonstruktionen wurden unter Tage die Tunnel abgestützt.  Das passt gut zum Glaubensgarten, denn er befindet sich auf dem  ehemaligen Zechengelände der Stadt.  Und es passt gut,  weil das Miteinander von Christen und Muslimen in vor Ort Wurzeln im Bergbau hat: Unter Tage haben die Kumpel nicht nach Herkunft und Religion unterschieden, dort waren alle gleich und haben sich aufeinander verlassen.

Den Bergbau in Kamp-Lintfort  gibt es seit 2012 nicht mehr, aber das Miteinander der Religionen setzt sich in der Stadt auf mehreren Ebenen fort: unter anderem  in einem Theologenkreis, in dem sich seit mehr als 20 Jahren die theologischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Moscheen und der Kirchengemeinden regelmäßig austauschen.  

Interreligiöses Miteinander fördern - auch über die LaGa hinaus

„Als klar war, dass die Landesgartenschau 2020 nach Kamp-Lintfort kommt und die Kirchen umworben wurden, sich zu beteiligen, war eigentlich schnell klar, dass wir das interreligiös angehen wollen“, sagt Lutz Zemke, Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort und 1. Vorsitzender  von „Eden e.V“. Der Verein wurde gegründet, um das gemeinsame  Gartenprojekt pragmatisch und rechtssicher durchführen zu können und  auch,  um das interreligiöse Miteinander in Kamp-Lintfort über die Landesgartenschau hinaus weiter zu fördern.

 

Auch ein Quellstein befindet sich im Glaubensgarten. Fließendes Wasser ist ein Symbol für Leben in allen drei abrahamitischen Religionen. Auch ein Quellstein befindet sich im Glaubensgarten. Fließendes Wasser ist ein Symbol für Leben in allen drei abrahamitischen Religionen.

„Wir sind als Gemeinschaft zusammengewachsen“

„Mehr als zwei Jahre intensive Planung und Arbeit stecken in dem Projekt“, sagt Lutz Zemke.  „Und wir sind dadurch als Gemeinschaft zusammengewachsen.“  Zu der Gemeinschaft der Beteiligten gehören neben der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Josef  die Islamische Gemeinde der Bosniaken, die DITIB  Haci Bayram Moschee, die Alevitische Gemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die Neuapostolische Kirche , die Freie evangelische Gemeinde Hoerstgen sowie der  Lintforter Integrations- und Bildungsverein.

Das Gesamtbudget des Glaubensgartens liegt bei rund 120.000 Euro. Darin sind die Kosten für den Gartenbau, für Veranstaltungen sowie eine Projektstelle für die Programmplanung enthalten. Der Verein Eden e.V. hat 78.000 Euro durch Unterstützung der beteiligten Religionsgemeinschaften und  Spenden eingeworben. Zu den weiteren Förderern gehören die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Münster, der Evangelische Kirchenkreis Moers und die Sparkasse Duisburg Stiftung.

Corona hat den Start verzögert

Ursprünglich sollten die Landesgartenschau und damit auch der Glaubensgarten Mitte April eröffnet werden. Doch dann kam Corona – und die Eröffnung  wurde vom 17. April auf den 5. Mai verschoben.  Der Glaubensgarten kann seitdem besichtigt werden,  das  geplante Veranstaltungsprogramm  hatte der Verein Eden aber vorsichtshalber bis zum 15. Mai abgesagt.

 

Der Glaubensgarten ist auf Begegnung ausgelegt. Es gibt einen überdachten Versammlungsort und Kommunikationsecken mit Sitzsteinen. Der Glaubensgarten ist auf Begegnung ausgelegt. Es gibt einen überdachten Versammlungsort und Kommunikationsecken mit Sitzsteinen.

Im Zuge der Lockerungen geht es nun aber los mit dem Programm – wenn auch nicht in der geplanten Fülle aufgrund von Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Seit Montag gibt es täglich um 12 Uhr ein „Wort des Glaubens“,  eine  kleine spirituelle Pause vom Alltag. Mit einem Gebet, einem  Bibelvers mit Denkanstößen oder einem Lied bekommen Besucherinnen und Besucher einen  Einblick in die verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen.

Über aktuelle Termine informiert die Webseite von Eden

Am Samstag, 23. Mai, 10 bis 12 Uhr, bietet die Veranstaltung „Vom Wachsen und Werden. Bilder der Hoffnung aus Bibel und Natur“ biblische Impulse und liebevolle Ideen. Am Dienstag, 26. Mai, gibt es von 10 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr ein „Offenes Kreativangebot für Groß und Klein“.  Über weitere Termine informiert der Verein Eden im Kalender auf seiner Webseite  und über Facebook. Für alle Veranstaltungen gelten die aktuellen Corona-Schutzvorgaben der Landesgartenschau, nachzulesen hier.

Der Glaubensgarten Eden ist Teil der Landesgartenschau 2020. Tickets können an den Kassen an den Eingängen oder im Online-Ticketshop gekauft werden. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 18,50 Euro, für Kinder von zwei bis 17 Jahren 2 Euro. Dauerkarten für Erwachsens sind für 100 Euro erhältlich, für Familien kosten sie 110 Euro (ein Erwachsener und beliebig viele Kinder) oder 210 Euro (zwei Erwachsene und beliebig viele Kinder). Eine Übersicht über alle Preise und Ermäßigungen gibt es hier.

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ekir.de / Christina Schramm, Fotos: Eden e.V. / 20.05.2020



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