EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Mit einer Andacht hat die Jugendsynode begonnen. Mit einer Andacht, gemeinsam von Finja Schult und Präses Manfred Rekowski geleitet, hat die Jugendsynode begonnen.

Jugendsynode

Die eigene Meinung zählt

Sie ist "sehr viel mehr als ein Sandkastenspiel". Sie ist eine "ordentliche Form von Beteiligung". Und sie ist eine "Uraufführung": Das sagt Präses Manfred Rekowski über die Jugendsynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die vom 4. bis 6. Januar in Bad Neuenahr tagt.

Fiona Paulus, stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland, setzt für diese besondere Kirchentagung auf ein gutes Miteinander und eine gute Diskussionskultur. Das Ziel der Jugendsynode: Vielfalt der Kirche abzubilden und der jungen Generation ein größeres Mitspracherecht zu geben. Bei der Vorbereitung und Planung arbeiteten Kirchenleitung und Evangelische Jugend im Rheinland gleichberechtigt zusammen. 

Fifty-fifty - so läuft es jetzt auch auf der Jugendsynode selber: Jeweils 50 Delegierte der rheinischen Landessynode und der Evangelischen Jugend im Rheinland bilden das Gremium. Darüber hinaus arbeiten insgesamt zehn Vertreterinnen und Vertreter aus der ehrenamtlichen Konfirmandenarbeit, von Studierenden- und Schulgemeinden sowie ökumenische Gäste mit. Partizipation ist das große Thema der Jugendsynode.

Kinder so früh wie möglich zu beteiligen: Ministerin Anne Spiegel. Kinder so früh wie möglich zu beteiligen: Ministerin Anne Spiegel.

„Partizipation kann nicht früh genug beginnen“, sagte Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), Jugendministerin in Rheinland-Pfalz, bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt der Jugendsynode. Die Mutter von vier Kindern spricht sich dafür aus, Kinder so früh wie möglich zu beteiligen. Sie hält bereits die Kita für den richtigen Ort, junge Menschen zu ermutigen, sich einzubringen. So könne früh gelernt werden, dass die eigene Meinung zählt.

Die Ergebnisse der Jugendsynode werden am Sonntag umgehend dem höchsten Organ der rheinischen Landeskirche, der Landessynode, zur Beratung vorgelegt. Perspektivisch gehe es darum, junge Leute mehr in die Entscheidungsstrukturen der zweitgrößten deutschen Landeskirche einzubinden, sagte Rekowski. Denkbar sind nach den Worten des leitenden Theologen etwa weitere Jugendsynoden oder die Einrichtung eines Jugendausschusses auf der Landessynode.

Die Kirche müsse aber auch ihre Arbeitsformen überdenken, unterstrich Rekowski. Die jetzige Form der Gremienarbeit sei wenig attraktiv für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und werde kaum mehr Frauen oder mehr junge Leute zur Mitarbeit animieren. "Wir müssen jetzt klären: Was ist gewollt?", sagte der Präses. "Dann müssen wir entschlossen zur Umsetzung schreiten."

"Wir zusammen sind Jugendsynode"

Fiona Paulus, Vize-Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland und Mitorganisatorin der Jugendsynode, hofft auf konkrete Ergebnisse und sagt: "Wir zusammen sind Jugendsynode." Skeptisch äußerte sie sich zu Forderungen nach einer Jugendquote von 20 Prozent in Presbyterien und Kreissynoden, ähnlich wie sie beim Lutherischen Weltbund gilt.

Hier stelle sich die Frage nach der Effektivität, sagte die Jugenddelegierte. Möglicherweise würden dann Plätze in kirchenleitenden Gremien unbesetzt bleiben, weil junge Menschen andere Freizeitaktivitäten dem Engagement im Presbyterium vorziehen oder diese Form der Arbeit sie nicht anspricht. Daher seien grundlegende Änderungen nötig.

Podium mit Christoph Urban (v. l.), Sibilla Maria Gärtner, Jil Blume, Petra Vahrenhorst und Jonas Einck. Podium mit Christoph Urban (v. l.), Sibilla Maria Gärtner, Jil Blume, Petra Vahrenhorst und Jonas Einck.

Offen für eine Quote

Der Theologe Christoph Urban aus dem Kirchenkreis Trier hat sich offen für eine Quote bei Synoden gezeigt, um alle Kirchenmitglieder abzubilden. Das Durchschnittsalter der Kirchenmitglieder liege bei rund 45 Jahren, sagte der Pfarrer in der Podiumsdiskussion zu Beginn der Jugendsynode. "Sie können natürlich sagen, jeder Kirchenkreis möge bitte einen Älteren und einen Jüngeren als 45 delegieren." Darauf müsse man sich dann verständigen und das festlegen.

Das hänge vom Ziel ab. Wenn es um eine Landessynode als Forum der guten Ideen gehe, müssten die Kirchenmitglieder in ihrer Unterschiedlichkeit deutlicher abgebildet werden. "Das ist eine Frage des Konzeptes", sagte er. Eine Jugendsynode könne genau der Ort für die Antwort auf eine solche Frage sein.

Gewohnheiten aufgeben

"Es macht Sinn, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene breit in die politische Arbeit unserer Landeskirche mit einzubeziehen", erklärte der Theologe. Das reduziere am Ende Veränderungsschmerzen. "Die Älteren haben mehr Zeit, Dinge liebzugewinnen", unterstrich Urban. Jüngere Menschen blickten da ganz anders drauf und könnten zeigen, warum manche Gewohnheiten gelassen werden sollten.

Über Fragen der Partizipation von Jugendlichen hinaus geht es auf der Jugendsynode um die Themen Jugend- und Familienarmut, die kirchliche Jugendarbeit, neue Gemeindeformen und die Lage von Flüchtlingen. Die Synode endet mit einem Gottesdienst, der zugleich den Auftakt der Landessynode bildet.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / neu, epd, Fotos: Hans-Jürgen Vollrath / 04.01.2019



© 2019, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.