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Bischof Kameeta Bischof Zephania Kameeta ist seit Januar 2002 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia. Foto: EKiR-Archiv

Bischof Kameeta

Abschied in Namibia

Die 25. ordentliche Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia tagt vom 24. bis 28. August in Tsumeb. Für den Bischof der rheinischen Partnerkirche Zephania Kameeta ist es die letzte Synode als Leitender Geistlicher.

Schon zu Beginn seiner Amtszeit setzte der inzwischen 68-jährige Bischof Kameeta deutliche Zeichen. „Meine Absicht ist es, jede einzelne Gemeinschaft in die Sorge für die Kranken und die Aidswaisen einzubinden.“ Es waren Worte in einem Land, das zu den weltweit prozentual am stärksten von der HIV-Krankheit betroffenen Staaten gehört. Die meisten Opfer der Krankheit sind unter 50 Jahre alt. Mädchen und junge Frauen sind besonders gefährdet.

Auch die Situation der Gewalt gegen Frauen nicht nur in Namibia sprach er offen an, berichtete die Lutherische Welt-Information damals. Er kritisierte, dass die traditionelle Kultur, die männliche Macht unterstreiche. Doch zugleich betonte Kameeta: „Traditionen sind nicht ewig. Sie sind von Menschen gemacht und können verändert werden.“

Vom Gefangenen zum Parlamentarier

Kameeta, 1945 in Otjimbingwe geboren, ging in die Schule der damaligen Rheinischen Mission in Karabib und studierte danach in seinem Geburtsort Theologie am Paulinum. Noch zu Zeiten der Apartheid wurde er 1971 als Pastor der damaligen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südwestafrika (Rheinische Missionskirche) ordiniert. Er war später Rektor des Paulinum, Pfarrer in Lüderitz und stellvertretender Bischof von 1982 bis 1989.

Aktiv unterstützte er die namibische Befreiungsorganisation Swapo. Von der südafrikanischen Justiz wurde er verurteilt und inhaftiert. Nach der Unabhängigkeit 1989 wählten ihn die Namibier in die verfassungsgebende Versammlung und das Parlament. Bis 2000 nahm er das Amt des stellvertretenden Parlamentssprechers. Zwei Jahre war er dann wieder Pastor, bevor er ins Bischofsamt ging.

Vor der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland sagte der Theologe im Januar 2006: „Glaube bedeutet, unbekannte Wege zu gehen, die an fremde Orte führen.“ Das sei es, was Gott an ihm getan habe: „Er führte mich hindurch in der Zeit im Gefängnis, in extremen Erniedrigungen, in entwürdigenden Reisebeschränkungen innerhalb und außerhalb des Landes, bis hin zu meiner Zeit im Parlament, wo ich das zweithöchste Amt bekleidete, und dann in einer abgelegenen, armen kleinen Gemeinde in Maltahöhe.“

Engagiert für bedingungsloses Grundeinkommen

In Deutschland und international war er als Moderator der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes in Afrika und langjähriger Partner von deutschen Landeskirchen seit 1977 immer wieder in der Öffentlichkeit zu vernehmen. Kameeta gehörte zudem von 1980 bis 1990 der Kommission des Programms zur Bekämpfung des Rassismus im Ökumenischen Rat der Kirchen an. Zusammen mit der damaligen Ministerin Heide Wieczorek-Zeul würdigte ihn die Evangelische Kirche im Rheinland 2005 mit dem Peter-Beier-Preis. Die Kirchliche Hochschule Wuppertal verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

Untrennbar mit dem Namen Kameeta ist zudem das Modellprojekt „Basis Income Grant“ (BIG) verbunden. Es startete 2008 im Dorf Otijivero-Omitara in der Nähe von Windhoek. Die Bewohnerinnen und Bewohner bekommen monatlich umgerechnet etwa 8 Euro als bedingungsloses Grundeinkommen. „Nur wer nicht hungert, wird wirtschaftlich aktiv und kann sich selbst aus der Armut befreien“, betonte der Bischof. „Indem BIG den Menschen ihre Würde zurückgibt, macht es die Menschen dazu freie, aktive und stolze Mitglieder dieser Gesellschaft zu werden.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 22. August 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 26. August 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / 23.08.2013



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