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Das Landeskirchenamt fördert auch die Fahrradmobilität durch Dienstfahrräder und Fahrrad-Leasing. Das Landeskirchenamt fördert auch die Fahrradmobilität durch Dienstfahrräder und Fahrrad-Leasing.

Evangelische Kirche im Rheinland

An vielen Orten stark im Klimaschutz

Klimaschutz – in kirchlichen Worten: die Bewahrung der Schöpfung – steht in der Evangelischen Kirche im Rheinland schon lange auf der Tagesordnung. Seit den 1990er-Jahren haben Synoden Weichen für zukunftsfähiges und umweltgerechtes Planen und Handeln gestellt.

Dazu gehören ein Umwelt- und Energiemanagement in Kirchengemeinden, Lobbyarbeit für Klimagerechtigkeit und Energiewende, öffentlichkeitswirksame Aktionen wie das Autofasten für einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung und aktuell die Umsetzung der von der Landessynode 2017 beschlossenen Klimaschutzkonzeption, einem Orientierungs- und Handlungsrahmen für alle kirchlichen Ebenen. Die Treibhausgase sollen dadurch in der Evangelischen Kirche im Rheinland bis 2025 um die Hälfte verringert werden. Was Kirchenkreise, Gemeinden und Landeskirche dazu beitragen können, zeigen folgende Beispiele.

Umweltmanagement für Kirchengemeinden – der Grüne Hahn

In Kirchengemeinden wird oft unwissentlich Energie verschwendet oder unnötig Müll verursacht. Beim Gegensteuern hilft der „Grüne Hahn“, ein Programm zum Umweltmanagement speziell in Kirchengemeinden. Die Kirchengemeinde Leverkusen-Schlebusch zum Beispiel ist im Mai 2018 zertifiziert worden. Vorausgegangen waren eineinhalb Jahre Vorbereitung durch das Presbyterium. Eine Umweltbeauftragte wurde ernannt, es wurde analysiert und geprüft. Gebäude, Räume und energierelevante Geräte wurden erfasst, Verbrauch und Kosten ermittelt. „Wir haben unsere Gebäude genau unter die Lupe genommen, unsere Umweltleitlinien diskutiert und überlegt, welche Maßnahmen wir umsetzen könnten. All dies ist in unserem Umweltbericht zusammengefasst“, berichtet die Umweltbeauftragte Dr. Anja Pauksztat. Die Umweltzahlen erhebt die Gemeinde jetzt jährlich, hat so die Entwicklung immer im Blick. Nach vier Jahren wird erneut überprüft.

Klimafreundlich mobil – mit Elektroauto und Dienstrad

Mobil zu sein, ist in Beruf und Alltag unumgänglich. Das Landeskirchenamt hat sich dabei auf umweltschonende Technologien eingestellt. Die Dienstwagen-Flotte besteht heute aus drei Hybrid- und einem E-Auto. Eine Stromtankstelle gibt es ebenfalls. Mitarbeitende sowie Gäste des Hauses der Landeskirche können hier kostenlos ihre Elektrofahrzeuge aufladen. Das Landeskirchenamt fördert auch die Fahrradmobilität durch Dienstfahrräder und Fahrrad-Leasing. Das Leasing-Rad kann für den Weg zur Arbeit und in der Freizeit eingesetzt werden. Das Landeskirchenamt möchte so möglichst viele Mitarbeitende zum Umsteigen aufs Rad motivieren.

Die Sonne liefert Strom – Photovoltaik

Immer mehr Gemeinden erzeugen Sonnenstrom für den eigenen Bedarf. Die Auferstehungskirche in Köln-Bocklemünd beispielsweise zapft schon seit mehr als 20 Jahren die Sonne an. Sie war die erste Kölner Kirche mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch das Haus der Landeskirche in Düsseldorf erzeugt Strom über eine Photovoltaikanlage. Mit der Kirchengemeinde Essenberg ist Anfang der 1990er-Jahre in der rheinischen Kirche sogar die erste Photovoltaikanlage auf einer Kirche in Deutschland entstanden. Kirchengemeinden können geeignete Dächer von Kirchen und Gemeindezentren auch an Betreiber von Bürgersolaranlagen verpachten. So brauchen sie selbst keine teuren Investitionen zu tätigen und kein Personal für die Wartung der Anlagen vorzuhalten.

Insekten und Pflanzen Lebensraum geben – Biodiversität

Naschobst und Lavendel statt langweiligem Rasen zieren den in diesem Jahr neugestalteten Eingangsbereich zum Haus der Landeskirche. „Menschen und Insekten sollen sich dort wohlfühlen“, sagt Landschaftsarchitekt Manuel Sauer. Naturnah und bevorzugt mit heimischen Pflanzen ist die neue Fläche vor dem Haus angelegt. Sie bietet Hochbeete, Sitzgelegenheiten und Amberbäume, die über den Bänken ein grünes Dach bilden. Es gibt bereits eine Wildblumenwiese und Obstbäume. Seit drei Jahren leben am Nebengebäude des Hauses der Landeskirche auch Bienenvölker. „Die nachhaltige Umgestaltung unserer Lebenswelt beginnt mit kleinen Schritten vor der eigenen Tür“, sagt Vizepräsident Johann Weusmann.

Wildblumenwiese und Straßenbäume

Rund um Gemeindehäuser und Kirchen lassen sich sterile Grünflächen mit einfachen Mitteln aufwerten. Die Klarenbachgemeinde in Düsseldorf-Holthausen zum Beispiel übernahm eine „Blühpatenschaft“ für eine 300 Quadratmeter große Wildblumenwiese. Direkt vor der Klarenbachkirche hat ein Team um Jugendleiter Florian Langfeld die Wiese angelegt. Zugleich wirbt die Gemeinde um Baumpaten von Straßenbäumen. Sie gibt Starthilfe für die Pflege und leiht Gartengeräte aus. Die Kirchengemeinde Dierdorf bei Neuwied legt einen Nutzgarten neben ihrer Kirche an. Im Frühjahr wurden auf einem umgegrabenen Rasenstück Kartoffeln gepflanzt. Im nächsten Jahr sollen weitere Gemüsesorten angebaut werden. Der Leitsatz aus der Gemeindekonzeption „Unsere Gemeinde ist ein lebendiger Garten“ wird so in die Praxis übersetzt.

Alternativ einkaufen – Ökofaire Beschaffung  

Inzwischen ist die ökofaire Beschaffung in der Evangelischen Kirche im Rheinland  deutlich erleichtert. Die Plattform „Wir kaufen anders“ macht es möglich. Sie lässt nur Produkte zu, die strenge Anforderungen erfüllen und bietet Kirchengemeinden und Kirchenkreisen die einfache Bestellung ökofairer Produkte im Internet an. Papier, Kaffee und Tee finden Nutzerinnen und Nutzer auf der Beschaffungsplattform genauso wie Bastelzubehör, IT-Ausstattung, Post- und Paketdienstleistungen, Möbel, Blumen, Kerzen und Reinigungsmittel. Auch Produkte für das Abendmahl können bezogen werden.

Klimaneutrale Wärme – Kirchenheizung und Passivhaus

Bei der Sanierung ihrer rund 60 Jahre alten Christuskirche entschied sich die Kirchengemeinde in Heinsberg für eine Lösung, die neben einem flexiblen Raumprogramm einen hochwertigen energetischen Standard zur Senkung der Energiekosten und der Umweltbelastung umsetzt. Die Sanierung erfolgte daher im Passivhausstandard. Auf eine herkömmliche Beheizung kann deshalb verzichtet werden.

Umweltfreundliche Wärmeerzeugung im Saarland

Wie Kirche, Pfarrhaus und Gemeindezentrum umweltfreundlich mit Wärme versorgt werden, zeigt auch die Kirchengemeinde Güchenbach im Saarland. Dort arbeitet seit 2015 eine klimaneutrale Holzpelletheizung. Mit der Verwendung von Holz als heimischem Energieträger sank der CO2-Ausstoß der Heizanlage auf sieben Tonnen im Jahr bei Betriebskosten von 12.000 Euro. Die alte Ölheizung verursachte 89 Tonnen CO2 und kostete die Kirchengemeinde doppelt so viel.

 

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ekir.de / red, EKiR.info, Foto: Markus. J. Feger / 20.09.2019



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