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Gottesdienst am Küchendienst: Pfarrer Dr. Holger Pyka hat eine Liturgie entwickelt, mit der Menschen zu Hause Gottesdienst feiern können. Gottesdienst am Küchendienst: Pfarrer Dr. Holger Pyka hat eine Liturgie entwickelt, mit der Menschen zu Hause Gottesdienst feiern können.

Gemeinde leben in Zeiten von Corona

Gottesdienst am Küchentisch

Die Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum in Wuppertal bittet Christinnen und Christen zu Tisch. Aber keineswegs zum Essen. Vielmehr hat Pfarrer Dr. Holger Pyka eine Liturgie für einen besonderen Gottesdienst erarbeitet, um auch in der Corona-Krise Gott nah sein zu können. Im Interview erklärt er, wie das Ganze abläuft.

Pfarrer Dr. Holger Pyka Pfarrer Dr. Holger Pyka

Wie kann man sich einen Gottesdienst am Küchentisch vorstellen?

Holger Pyka: Der Ablauf ist eigentlich ganz simpel, wie bei einer kurzen Andacht. Als Grundlage wird ein Bibeltext vorgeschlagen. Los geht es mit einem Gebet. Und dann gibt es immer wieder Stellen, an denen die Beteiligten selbst den Gottesdienst gestalten können – etwa indem sie sich mit einem Bibeltext auseinandersetzen, malen oder singen.

Was brauche ich denn dafür?

Pyka: Ganz wichtig ist natürlich die Liturgie, die auf unserer Gemeindehomepage heruntergeladen werden kann. Sie beinhaltet Texte bis zum Ostersonntag. Spätestens vor der Karwoche werden diese aber wahrscheinlich noch einmal aktualisiert. Eine Kerze wäre außerdem schön, eine Bibel ist sinnvoll. Aber es geht auch ohne.

Und wann soll der Gottesdienst am Küchentisch gefeiert werden?

Pyka: Das ist eigentlich egal. Idealerweise legt man aber einen Zeitpunkt fest, beispielsweise am Sonntagmorgen um 10 Uhr, wenn die Glocken läuten. Das ist immer besser, als zu sagen: „Ich mache das, wenn ich bock habe“. Und dann sucht man sich alleine oder mit der Familie einen ruhigen Platz – egal ob am Couch- oder Küchentisch.

Wie sind Sie auf die Idee für diese besondere Form des Gottesdienstes gekommen?

Pyka: Durch die Corona-Krise erfährt die digitale Kirche gerade einen Aufschwung, das ist toll. Ich habe manchmal jedoch das Gefühl, dass dies zum Teil eine Art von Bespaßung ist. Durch Formate wie den Gottesdienst am Küchentisch sehe ich die Chance, die Gemeindeglieder zu stärken, ihnen die Möglichkeit eines ganz persönlichen Gottesdienstes im engen Kreis zu geben. Dabei ermutige ich auch dazu, sich bei Rückfragen gerne zu melden, diese Interaktion ist mir wichtig. Und unsere Konfirmanden bekommen den Gottesdienst übrigens auch anerkannt.

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ekir.de / Andreas Attinger, Fotos: Pixabay, Anna Neumann / 20.03.2020



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