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In vielen Kirchengemeinden werden Risikogruppen durch Nachbarschaftshilfe unterstützt. Zum Beispiel, indem Einkäufe übernommen werden. In vielen Kirchengemeinden werden Risikogruppen durch Nachbarschaftshilfe unterstützt. Zum Beispiel, indem Einkäufe übernommen werden.

Gemeinde leben in Zeiten von Corona

Evangelische Kirchengemeinden bieten Nachbarschaftshilfe an

Vor allem für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen kann eine Ansteckung mit dem Corona-Virus gefährlich werden. Um diese Risikogruppen zu unterstützen, rufen evangelische Kirchengemeinden in Köln, Essen und Wuppertal zur Nachbarschaftshilfe auf. Die Initiativen zeigen, was Kirche in Krisenzeiten leisten kann.

„Kirche muss jetzt da sein, sonst verlieren wir unsere Existenzberechtigung“, betont Christoph Rollbühler, Pfarrer der evangelischen Christuskirche Köln, mit Blick auf die Aktion „Wer braucht Unterstützung?“ des Gemeindebezirks Christuskirche und Thomaskirche. Eltern aus der örtlichen evangelischen Kita seien mit der Frage „Wie können wir helfen?“ auf ihn zugekommen. 24 Stunden später hatte der Pfarrer das Projekt aus der Taufe gehoben.

1000 Briefe werden verschickt

Seitdem werden Menschen, die aufgrund des Coronavirus nicht mehr aus dem Haus gehen können, bei Einkäufen und anderen Erledigungen unterstützt. Helfer zu finden war laut Rollbühler kein Problem. „Dank Plakaten, Social Media und der ZDFreportage (ab Minute 13:40) war die Aufmerksamkeit schnell groß.“ Mehr Mühe mache es hingegen, die Zielgruppe zu erreichen. Mund-zu-Mund-Propaganda sei wichtig. „Wir schicken jetzt aber auch noch zirka 1000 Briefe an Gemeindemitglieder ab 65 Jahren raus“, berichtet Rollbühler, der von den Menschen in den Kölner Veedeln fordert: „Lasst uns zusammenhalten.“

Wuppertaler Gemeinde will Betroffene sensibilisieren

An Helfern mangelt es auch der Einkaufshilfe der evangelischen Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum in Wuppertal nicht. „Es haben sich schon viele Freiwillige gemeldet, darunter einige Konfirmanden“, erzählt Pfarrer Dr. Holger Pyka. Wie Rollbühler berichtet aber auch er von Schwierigkeiten, an die Zielgruppe heranzukommen. „Viele, die zur Risikogruppe gehören, zählen sich selbst nicht dazu.“ Deshalb wolle man die Seniorinnen und Senioren nun sensibilisieren.

„Wir gehen direkt auf die Menschen zu, von denen wir wissen, dass sie betroffen sind“, berichtet Pyka. Darüber hinaus werde mit Plakaten und Handzetteln auf die Hilfe aufmerksam gemacht. „Es war absehbar, dass sich das Virus ausbreitet und das gesellschaftliche Leben herunterfährt“, sagt der Pfarrer, „deshalb haben wir uns gefragt, was die Gemeinde außer unserem Gebet braucht.“ Herausgekommen ist die Einkaufshilfe, mit der die Gemeinde in die Stadteile hineinwirken möchte.

Essener Initiatoren sehen Vertrauensvorschuss der Kirche

Der Gesellschaft in diesen Zeiten aktiv zu helfen, ist auch dem Kirchenkreis Essen ein Anliegen. Deshalb wurde ausgehend vom Projekt Ehrenamtsmanagement die Initiative „HelferTeam für Essen“ gegründet. Beteiligt sind bisher die Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen sowie die evangelischen Gemeinden Kettwig und Königsteele. Koordinator Michael Druen ist sich sicher, dass das Projekt gut angenommen wird. „Wir als Kirche haben einen Vertrauensvorschuss bei den Menschen, die zur Risikogruppe zählen“, sagt er und ergänzt: „Wer, wenn nicht wir soll also so eine Hilfe anbieten?“

Ohnehin sieht er in der Corona-Krise eine Chance für die Gemeinden. „Wir können jetzt zeigen, dass die Kirche für die Menschen da ist.“ Und in der Tat. Druens Telefon steht dieser Tage kaum still. „Es melden sich durchgehend Menschen, die helfen wollen“, ist er glücklich über die Resonanz. Damit trotzdem alles koordiniert über die Bühne geht, wurde die Facebook-Gruppe „HelferTeam für Essen“ gegründet. Wichtig ist den Organisatoren außerdem, dass alle Beteiligten gut abgesichert sind. Deshalb wird laut Druen unter anderem jeder Auftrag dokumentiert. Und es wurde ein Video mit Tipps zum Händewaschen und zur Übergabe des Einkaufs veröffentlicht.

Hygienehinweise für Helferinnen und Helfer

Wie wichtig es ist, nicht nur die Risikogruppe zu schützen, darauf weist auch das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken hin. „In erster Linie muss auf die Händehygiene geachtet werden“, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Vor allem nach Kontakt mit dem Einkaufswagen oder Bargeld müssten die Hände mindestens 30 Sekunden und mit viel Seife gewaschen werden. „Außerdem ist es wichtig, sich während des Einkaufs nicht ins Gesicht zu greifen“, sagt die Sprecherin.

Weitere Tipps: den Einkauf vor die Türe stellen und direkt wieder gehen, bei einem persönlichen Aufeinandertreffen ausreichend Abstand halten und sich den Einkaufszettel telefonisch durchgeben lassen. „Hilfreich sind generell die Hygienetipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“, betont die Sprecherin.

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten zu den einzelnen Initiativen finden Freiwillige und Hilfesuchende für Essen hier, für Köln hier und hier sowie für Uellendahl-Ostersbaum (Wuppertal) hier.

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ekir.de / Andreas Attinger, Foto: Michael Druen/Kirchenkreis Essen / 19.03.2020



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